Navigation

WHO will mehr über Tamiflu wissen

2005 hat Roche für über 1,5 Mrd. Franken Tamiflu verkauft. Keystone

Das vom Schweizer Pharma-Konzern Roche hergestellte Medikament Tamiflu soll dringend auf seine Wirksamkeit gegen die Vogelgrippe untersucht werden.

Dieser Inhalt wurde am 18. März 2006 - 13:27 publiziert

Dies fordert die Weltgesundheits-Organisation WHO. Die Effizienz von Tamiflu gegen die Vogelgrippe sei klinisch bisher noch nicht erwiesen.

Auf ihrer Homepage gibt die UNO-Organisation Empfehlungen für die Dosis Tamiflu, die Kindern und Erwachsenen zur Vogelgrippe-Prävention verabreicht werden sollten. Es fehlten aber die unerlässlichen klinischen Studien über die Wirksamkeit des Medikamentes bei Menschen, betont die WHO.

Getestet worden sei das Roche-Medikament bisher lediglich bei Tieren, im Labor und bei der saisonalen Grippe, schreibt die WHO weiter.

Zweifel an der Wirkung

Ohne Studien über die Ansteckungsfälle mit dem Virus H5N1 bei Menschen sind laut WHO optimale Dosis und Behandlungsdauer gegen das tödliche Virus ungewiss.

Es sei nicht sicher, dass höhere Dosen von Tamiflu als jene, welche bei der normalen Grippe notwendig sind, wirksamer gegen H5N1 seien, warnt die Weltgesundheitsorganisation.

Hohe Sterblichkeit

Studien über die Tamiflu-Effizienz seien wegen der hohen menschlichen Sterblichkeit bei der Vogelgrippe dringend nötig, sagen die WHO-Experten. Das Virus H5N1 hat bereits knapp hundert der über 170 infizierten Menschen getötet.

"Es ist möglich, dass die ernsthaft infizierten Personen von einer bis zu sieben oder zehn Tagen verlängerten Behandlung profitieren können, aber dazu sind klinische Studien unerlässlich", betont die WHO. Nebenwirkungen, zum Beispiel im Magenbereich, könnten mit erhöhten Tamiflu-Dosen verstärkt werden.

Unbekannte Auswirkungen auf Schwangere

Es gibt laut WHO auch keine Erkenntnisse über Nebenwirkungen auf schwangere Frauen, auch wenn bei Tieren keine schädlichen Auswirkungen festgestellt worden seien. Die Verabreichung des Roche-Medikamentes an schwangere Frauen müsse Schritt für Schritt entschieden werden, heisst es.

Um die Wirksamkeit von Tamiflu zu evaluieren, schlägt die WHO die Überwachung von Patienten vor, die mit dem Medikament behandelt werden, insbesondere auf mögliche Nebenwirkungen. Diese sollten der Herstellerfirma Roche und den Gesundheitsbehörden gemeldet werden.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Tamiflu wurde 1994 von den Labors der Biotech-Firma Gilead in den USA offiziell auf dem Markt lanciert.

1996 kaufte der Schweizer Pharmakonzern Roche die Lizenz- und Vertriebsrechte für das Medikament.

Tamiflu ist ein Medikament gegen Viruserkrankungen. Zur Zeit gilt Tamiflu als das geeignetste Mittel gegen das Vogelgrippevirus bei Menschen. Bisher wurde dies klinisch aber noch nicht erwiesen.

Tamiflu könnte bei Kindern tödliche Nebenwirkungen haben. Die USA wollen bis 2007 eine Studie darüber veröffentlichen.

End of insertion

Fakten

1998: Roche produzierte 5,5 Mio. Packungen Tamiflu.

2004: Die Produktion stieg auf 27 Mio. Packungen, 2005 vermutlich auf 55 Mio.

2006: Voraussichtlich 150 Mio. Packungen, 2007 300 Mio.

End of insertion

Artikel in dieser Story

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen

Diskutieren Sie mit!

Mit einem SWI-Account erhalten Sie die Möglichkeit, Kommentare auf unserer Webseite sowie in der SWI plus App zu erfassen.

Login oder registrieren Sie sich hier.