Navigation

Sprunglinks

Hauptfunktionen

Auslandschweizer "Alle Schweizer in Israel sollten sich jetzt registrieren"

Panzer

Israelische Soldaten machen eine Pause auf ihrem Truppentransporter bei den Golanhöhen in der Nähe der syrischen Grenze. 10. April 2018.

(Keystone)

Die Eskalation der Syrien-Krise tangiert auch Israel, wo 18 000 Auslandschweizer leben. Erich Bloch, der Vertreter der Auslandschweizer-Organisation vor Ort, befürchtet Konflikthandlungen und mahnt seine Landsleute, sich vorzubereiten.

Die Zeichen stehen auf Krieg. Nach Drohungen der USA und Russlands in der Syrien-Krise waren zwar beide Atommächte bemüht, einen bewaffneten Konflikt abzuwenden. Doch die Raketendrohung von US-Präsident Donald Trump Richtung Syrien bleibt bestehen. Die Sprecherin des Weissen Hauses, Sarah Sanders, betonte nach einem entsprechenden Tweet von Trump, es gebe Gespräche mit den Verbündeten Israel, Saudi-Arabien, Frankreich und Grossbritannien.

Dazu kommt: Nach der Einnahme der letzten Bastion der Rebellen in Ost-Ghuta erwarten Beobachter nun auch, dass der syrische Machthaber Baschar al-Assad weitere Regionen ins Visier nimmt, insbesondere die Region Daraa in unmittelbarer Nähe zu Israel. "Die Befreiung von Ost-Ghuta bedeutet das Ende der Bedrohung von Damaskus. Es wäre logisch, dass die syrische Regierung ihre Kräfte nun in den Süden verlegt", sagt etwa Bassam Abu Abdallah, der Direktor des Zentrums für Strategische Studien in Damaskus.

Greift Israel in den Krieg ein?

Eine Offensive auf die Region nahe der jordanischen Grenze und der demilitarisierten Zone entlang der von Israel besetzten Golan-Höhen ist aber wegen der Nähe zur israelischen Grenze brisant. Israel hat klargemacht, dass es nicht hinnehmen werde, wenn sich pro-iranische Kräfte an der Grenze festsetzen würden. Eine syrische Offensive auf Daraa könnte Israel dazu veranlassen, noch entschlossener in den Krieg einzugreifen.

KArte

Wenn das Assad-Regime eine Offensive im Süden Syriens startet, sähe sich Israel wohl gezwungen, intensiver in den Krieg einzugreifen.

(swissinfo.ch)

swissinfo: Wie präsentiert sich die Lage in Israel zurzeit?

Erich Bloch: Undurchsichtig. Es sind intensive Flugbewegungen festzustellen, wobei wir nicht wissen, ob dies israelische oder US-Flugkörper sind. Ich wohne in Netanya, etwa 30 Kilometer von Tel Aviv. Es ist ein dauerndes Brummen vom Himmel her zu hören. Hubschrauber, Kampfflugzeuge und Drohnen umkreisen das Land. Die Armee im Norden befindet sich in Alarmbereitschaft. Truppenbewegungen sind sichtbar.

Erich Bloch, Vertreter der Auslandschweizer-Organisation in Israel.

(swissinfo.ch)

swissinfo: Wie geht die Bevölkerung damit um?
E.B.: Trotz der militärischen Stärke der israelischen Armee haben wir ein banges Bauchgefühl, was sich auch in der persönlichen Gemütslage zeigt. Die starke Präsenz von Polizei und Militär sorgen einerseits für Sicherheit, andererseits deutet sie auf Gefahren innerhalb des Landes hin, damit meine ich den Gazastreifen und die Westbank. Israel feiert demnächst das 70. Jahr der Staatsgründung, welche die arabische Bevölkerung immer noch als "Katastrophe" bezeichnet.

swissinfo: Wie sehen Sie die aktuelle Entwicklung?
E.B.: Alle Akteure dieser Krise stehen unter Druck. Israels Premier Netanjahu befindet sich im einem Schlamm von Vorwürfen von Korruption, was ihn irgendwann einholen wird. US-Präsident Trump ist mit seinen Affären ebenso unter Druck, und der syrische Präsident Assad ist von Russland abhängig. Russlands Präsident Putin, soeben gewählt, muss sein etwas angekratztes Image dringend aufbessern. Kommt es nun zu einem militärischen Eingreifen des Westens in Syrien, sind die Auswirkungen auf Israel sehr ungewiss. Zurzeit sind wir ausserstande zu beurteilen, wie dann der Nähe Osten aussieht.

swissinfo: In Israel wohnen 18 000 Schweizerinnen und Schweizer. Wie sind diese organisiert und vorbereitet?

E.B.: Die Schweizer leben vorwiegend in den Grossstädten und in einigen Kibbuzim im Norden. Für diese macht es nun sicher Sinn, wenn sie sich bei der schweizerischen Botschaft in Tel Aviv immatrikulieren lassen. Dies gilt vor allem für die Kibbuzim mit vielen Schweizern im Norden, wie Chanita und Baram. Beim Gazastreifen sind das Kibbuz Magen und die Bewohner der Städte Sderot und Ashkelon angesprochen. Überhaupt sollten möglichst alle Schweizer in Israel bei der Botschaft angemeldet sein.

Die Auslandschweizer Organisation ASO in Israel ist nach Angaben von Erich Bloch gut informiert und hat ein Dispositiv für den Ernstfall vorbereitet. Ansprechperson ist Erich Bloch: eblochisr@yahoo.deexterner Link

 

Neuer Inhalt

Horizontal Line


swissinfo DE

Aufruf, der Facebook-Seite von swissinfo.ch beizutreten

Treten Sie unserer Facebook Seite auf Deutsch bei!

subscription form Deutsch

Aufruf, den Newsletter von swissinfo.ch zu abonnieren

Melden Sie sich für unseren Newsletter an und Sie erhalten die Top-Geschichten von swissinfo.ch direkt in Ihre Mailbox.