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Entwicklungshilfe vermehrt für Jugendliche

Ausbildung junger Menschen in Nepal mit Unterstützung der DEZA. (Bild: DEZA)

(DEZA)

Die Schweizer Entwicklungshilfe soll verstärkt auf die Jugendlichen ausgerichtet werden. Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung ist unter 25 Jahre alt.

Als weitere Schwerpunkte für 2006 kündigte die DEZA an ihrer Jahresmedienkonferenz den Wiederaufbau in Pakistan und einen Umbau der Ostzusammenarbeit an.

Entwicklungsprozesse würden getragen und umgesetzt von Menschen, sagte Walter Fust, Chef der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA), am Mittwoch in Bern. Der jungen Generation komme dabei grosse Bedeutung zu.

"Es ist eigentlich eine logische Folge der demografischen Entwicklung: 54% der Weltbevölkerung sind jünger als 25 Jahre", so Fust zu swissinfo. "Und wir haben praktisch eine zunehmende Perspektivenlosigkeit in vielen Entwicklungsländern. Mangels Zugang zu Arbeit und Ausbildung."

Deshalb will die DEZA die Jugendlichen künftig noch stärker in ihre Arbeit einbeziehen und ihre Tätigkeiten konzentrierter auf diese Altersgruppe ausrichten. Als Beispiel wurde die Unterstützung eines Projektes in Bangladesch aufgeführt. Dabei erhalten Kinder und Jugendliche die Möglichkeit, sich Grundschulwissen gekoppelt mit einer einfachen Berufsausbildung anzueignen.

Wiederaufbau in Pakistan

Im humanitären Bereich will sich die DEZA schwerpunktmässig um den Wiederaufbau in Pakistan kümmern.

Über einen Zeitraum von fünf Jahren sollen rund 50 Mio. Franken eingesetzt werden, um die Bevölkerung des Erdbebengebietes in Kaschmir beim Bau von erdbebensicheren Häusern und der Entwicklung von Lebensgrundlagen in der Landwirtschaft zu unterstützen.

Weiterführen will die DEZA trotz der schwierigen Bedingungen auch die Arbeit für die palästinensischen Flüchtlinge und jene in Nepal.

Ostzusammenarbeit im Umbau

Die Ostzusammenarbeit steht laut DEZA-Chef Fust vor dem Umbau.

Einerseits will der Bundesrat, die Schweizer Regierung, den Solidaritätsbeitrag an die Entwicklung der neuen EU-Staaten teilweise bei der traditionellen Osthilfe wegsparen. Andererseits gilt es auch politische Fragen zu klären, vor allem was die Zusammenarbeit mit den Regierungen Zentralasiens betrifft.

Länder wie Usbekistan, Kirgistan, Tadschikistan und Turkmenistan gehören bei den Bretton-Woods-Institutionen (Weltbank und Internationaler Währungsfonds) zur gleichen Stimmrechtsgruppe wie die Schweiz, Usbekistan erhält überdies Entwicklungshilfe.

Bern müsse gegenüber diesen Ländern, die teilweils alles andere als vorbildlich regiert würden, eine kohärente Strategie entwickeln, sagte Fust. Eine Arbeitsgruppe der Bundesverwaltung werde der Regierung noch dieses Jahr Bericht erstatten.

Millenniumsziele nicht aus den Augen verlieren

Wie für die internationale Gemeinschaft sind auch für die DEZA die Anstrengungen zur Erreichung der UNO-Millenniumsziele bis 2015 von grösster Wichtigkeit.

Zur Erreichung dieser Ziele gewinne das Dreieck Entwicklungszusammenarbeit, Sicherheit und Menschenrechte an Bedeutung. Weltweit sei das Bewusstsein gewachsen, dass die Zusammenhaänge dieser Bereiche bedeutend seien und auch die UNO-Reformbemühungen kennzeichneten.

Interkulturelles Verständnis versus Intoleranz

Im Zusammenhang mit den gewalttätigen Ausschreitungen nach der Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen rief Fust zu einer Stärkung des interkulturellen Verständnisses auf.

"Ich bin erschüttert über die jüngsten Ereignisse. Wir können heute in jede Ecke der Welt kommunizieren – aber verstehen wir denn die anderen Kulturen und Religionen?", so Fust zu swissinfo. "Kultur ist ein Wesenselement der Entwicklungsarbeit, und wir plädieren immer wieder für mehr interkulturelle Kompetenz und bessere interkulturelle Kommunikation."

Was jetzt geschehe zeige, dass man auch in der Schweiz entschieden mehr tun müsse. Fust weiter: "Wenn wir die anderen weniger gut verstehen, dann lassen wir uns auch schneller provozieren. Und wer sich provozieren lässt, der wird auch selbst schnell eigentlich zum Täter."

swissinfo und Agenturen

Fakten

Die DEZA verfügt über ein Jahresbudget von 1,3 Mrd Franken (2005).

Die bilaterale Entwicklungs-Zusammenarbeit konzentriert sich auf 17 Schwerpunktländer und 7 Sonderprogramme in Afrika, Asien und Lateinamerika.

Mit einem Anteil von knapp 0,4% des Brutto-Inlandprodukts für die Entwicklungshilfe liegt die Schweiz weit unter den 0,7%, die von der UNO als Ziel festgeschrieben wurden.

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In Kürze

An der Schwelle zum neuen Jahrtausend hatten sich im September 2000 Staats- und Regierungschefs zahlreicher Länder hehre Ziele gesteckt: Die Halbierung von Hunger und extremer Armut auf der Welt bis 2015, seither Millenniumsziele genannt. Doch mit der Umsetzung harzt es, auch in der Schweiz.

Die acht Millenniums-Entwicklungsziele der UNO sind: Beseitigung der extremen Armut und des Hungers, Grundschulbildung für alle, Förderung der Gleichstellung der Geschlechter und Ermächtigung der Frau, Senkung der Kindersterblichkeit, Verbesserung der Gesundheit von Müttern, Bekämpfung von HIV/Aids, Malaria und anderen Krankheiten, Sicherung der ökologischen Nachhaltigkeit sowie Aufbau einer weltweiten Partnerschaft für Entwicklung.

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