Europameister im Stressen

Männer leiden stärker unter Stress als Frauen. Keystone

Im europäischen Vergleich leiden die Schweizer und die Schweden am Stärksten unter Stress am Arbeitsplatz. Jeder Dritte fühlt sich gestresst.

Dieser Inhalt wurde am 15. November 2005 - 12:08 publiziert

Besonders betroffen sind gemäss einer Umfrage die jungen Männer in der Informatik-Branche. Die Niederländer dagegen lassen sich nicht aus der Ruhe bringen.

In der Schweiz gaben 33% der befragten Arbeitnehmenden an,
dass sie sehr gestresst seien. Auf der anderen Seite fühlte sich jeder zehnte Arbeitnehmende unterfordert.

Auf die Schweiz und Schweden folgen gemäss der Untersuchung von Kelly Services Norwegen mit 31% Gestressten, Deutschland und Frankreich mit je 28% und Italien mit 26%.

Die niedrigsten Stressraten verzeichneten die Niederlande mit 16% und Spanien mit 19%.

Sonderfall Schweiz

Im Gegensatz zum übrigen Europa, wo eher ältere Beschäftigte unter grosser Arbeitsbelastung leiden, sind in der Schweiz vor allem jüngere Arbeitnehmende in der Altersgruppe von 25 bis 34 Jahren von Stress betroffen.

Teilzeitbeschäftigte verzeichnen mit 25% die niedrigsten Belastungsraten, bei Beschäftigten mit langen Arbeitszeiten von 51 Stunden oder mehr war die Belastung laut der Studie mit 68% am höchsten.

Buchhalter am entspanntesten

Das Stressaufkommen ist je nach Berufsgattung sehr unterschiedlich. Am stärksten gestresst waren laut der Studie die Beschäftigten in der Informatik-Branche. In dieser Berufsgattung gaben 46% an, sich sehr gestresst zu fühlen.

Auf sie folgten die Führungskräfte mit 39%, Beschäftigte in Verkauf, Kundendienst und in der Produktion mit je 38%. Die niedrigsten Raten wiesen die Bereiche Administration mit 26%, sowie Human Resources und Buchhaltung mit je 22% aus.

Zufriedener ohne Stress

Ein Zusammenhang zwischen Stress und Sicherheit am Arbeitsplatz wurde in der Untersuchung nicht ausgemacht. 38% der Befragten, die unter hohem Stress leiden, fühlten sich sicher am Arbeitsplatz.

Dagegen stuften 43%, für die das Stressaufkommen gerade richtig ist, ihren Arbeitsplatz als unsicher ein. Die Stressgeplagten seien aber weniger glücklich am Arbeitsplatz. Am unzufriedensten seien aber die unterforderten Arbeitnehmenden.

Der Stellenvermittler Kelly Services mit Sitz in den USA hat für die Untersuchung im Frühjahr 2005 in zwölf Ländern insgesamt 19'000 Menschen befragt. In der Schweiz nahmen 1372 Menschen an der Untersuchung teil.

swissinfo und Agenturen

Fakten

Stress in Europa:
Schweiz 33%
Schweden 33%
Norwegen 31%
Frankreich 28%
Deutschland 28%
Italien 26%
Russland 24%
Belgien 23%
Dänemark 22%
England 20%
Spanien 19%
Niederlande 16%
Europa 27%

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In Kürze

Die Umfrage "World at Work Survey" des US-Stellenvermittlers Kelly Services wurde im Frühjahr 2005 durchgeführt.

In 12 Ländern wurden 19'000 Personen befragt, darunter 1372 Beschäftigte in der Schweiz.

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