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Grosse Kunst unterm Hammer



Pablo Picasso, Buste de Françoise, 1946, eines der Meisterwerke der Beyeler-Kollektion, das bei Christies versteigert wird.

Pablo Picasso, Buste de Françoise, 1946, eines der Meisterwerke der Beyeler-Kollektion, das bei Christies versteigert wird.

Ein Verkauf aus den Beständen des verstorbenen Schweizer Kunsthändlers Ernst Beyeler, darunter mehrere Picassos und ein grosser Monet, könnte beim Auktionshaus Christies in London mehr als 50 Millionen Franken einbringen.

Im Angebot der Versteigerung am 21. und 22. Juni befinden sich auch noch einige kleinere Kunstwerke, die einen Einblick in das Leben von Beyeler und seiner Frau Hildy bieten. Der Erlös geht an das Museum Fondation Beyeler in Riehen bei Basel.

Die Auktion findet im Rahmen eines Spezial-Tages und -Abends bei Christies statt, wo impressionistische und moderne Kunst zum Kauf angeboten wird. Dabei sind aus dem Hause Beyeler stammende Kunstwerke, aber auch Gemälde und Skulpturen aus der Galerie Beyeler, die nach mehr als 60 Jahren Bestehen schliesst.

Andreas Rumbler, Senior Europa-Direktor bei Christies, der den Verkauf der privaten Beyeler-Kunstschätze überwacht, erwartet Interessenten aus der ganzen Welt.

"Ernst Beyeler war nicht nur in Basel eine wichtige Figur, sondern auch im gesamten Schweizer Kunsthandel. Seine Geschäfte erstreckten sich auch über Europa hinaus auf die ganze Welt. Es gibt kein Land, in das Ernst Beyeler nicht verkauft hat", sagt er gegenüber swissinfo.ch.

"Dies ist umso spannender, weil das von einem sehr kleinen Raum ausging. Zudem ist Basel auch nicht der Mittelpunkt der Kunstwelt, es ist nicht London, New York oder Paris. Deshalb ist sein Erfolg, der von einer kleinen Stadt in der Schweiz ausging, sehr aussergewöhnlich."

Ein gutes Auge

Beyeler eröffnete 1945 seine berühmt gewordenen Galerie an der Bäumleingasse, einer ruhigen Strasse in Basel. In den folgenden Jahrzehnten organisierte er mehr als 300 internationale Ausstellungen und verkaufte mehr als 16'000 moderne Kunstwerke.

Sein Auge und Gespür für Qualität – besonders bei unterbewerteten Picassos und Impressionisten – waren legendär. Er kannte viele der grossen Künstler des 20. Jahrhunderts persönlich, darunter Pablo Picasso und den amerikanischen Künstler Jean-Michel Basquiat.

Nachdem er zu Wohlstand gekommen war, baute er eine beeindruckende Sammlung von Spät-Impressionisten, moderner, zeitgenössischer, afrikanischen und ozeanischer Kunst auf.

"Kunst muss dich berühren und einen starken visuellen und mentalen Eindruck bei Dir hinterlassen", hatte Beyeler einmal gesagt.

Sein grosser Durchbruch als Händler gelang ihm in den frühen 1960er-Jahren, nachdem er 340 Werke aus der Sammlung des US-Amerikaners David Thompson erworben hatte. Darunter waren Arbeiten von Cézanne, Klee, Monet, Picasso, Matisse, Léger, Mondrian und Braque.

Beyeler war in den 1970er-Jahren auch bei der Gründung der Art Basel dabei, der grössten internationalen Messe für zeitgenössische Kunst.

Museum in Riehen

Im Angebot der Versteigerung am 21. und 22. Juni befinden sich auch noch einige kleinere Kunstwerke, die einen Einblick in das Leben von Beyeler und seiner Frau Hildy bieten. Der Erlös geht an das Museum Fondation Beyeler in Riehen bei Basel.

Die Auktion findet im Rahmen eines Spezial-Tages und -Abends bei Christies statt, wo impressionistische und moderne Kunst zum Kauf angeboten wird. Dabei sind aus dem Hause Beyeler stammende Kunstwerke, aber auch Gemälde und Skulpturen aus der Galerie Beyeler, die nach mehr als 60 Jahren Bestehen schliesst.

Andreas Rumbler, Senior Europa-Direktor bei Christies, der den Verkauf der privaten Beyeler-Kunstschätze überwacht, erwartet Interessenten aus der ganzen Welt.

"Ernst Beyeler war nicht nur in Basel eine wichtige Figur, sondern auch im gesamten Schweizer Kunsthandel. Seine Geschäfte erstreckten sich auch über Europa hinaus auf die ganze Welt. Es gibt kein Land, in das Ernst Beyeler nicht verkauft hat", sagt er gegenüber swissinfo.ch.

"Dies ist umso spannender, weil das von einem sehr kleinen Raum ausging. Zudem ist Basel auch nicht der Mittelpunkt der Kunstwelt, es ist nicht London, New York oder Paris. Deshalb ist sein Erfolg, der von einer kleinen Stadt in der Schweiz ausging, sehr aussergewöhnlich."

Gemischte Gefühle

Für Sam Keller, Direktor der Fondation Beyeler, ruft die Auktion frohe und zugleich traurige Gefühle hervor.

"Es ist das Ende einer Ära. Die Galerie Beyeler existierte 60 Jahre und jetzt wird sie geschlossen", sagt Keller gegenüber swissinfo.ch.

Die Beyelers hätten das Museum als ihr Vermächtnis betrachtet, sagt er. "Sie wollten den Verkaufserlös der Fondation Beyeler zukommen lassen und damit helfen, deren Zukunft zu sichern und beizutragen, dass wir auch weiterhin fantastische Ausstellungen realisieren und neue Werke für die Sammlung kaufen können."

Die letzte Ausstellung bezog sich auf zwei Grössen der modernen Skulptur, Constantin Brancusi und Richard Serra. Vorherige Ausstellungen widmeten sich etwa Basquiat oder Giovanni Segantinis alpinen Gemälden.

Beyeler werde immer noch vermisst, sagt Keller und fügt hinzu, das Museum sei jedoch bemüht, seine gute Arbeit weiter zu führen.

Wir sind sehr glücklich, dass ein Jahr, nachdem Ernst uns verlassen hat, er das Weiterbestehen des Museums ermöglicht", sagt er. "Das macht uns glücklich, und es würde ihn glücklich machen."

Kunstschnäppchen gefällig

Die Auktion findet am 21. und 22. Juni 2011 in Christie's in London statt.

Angeboten werden wichtige Werke von Claude Monet, Paul Gauguin, Pierre-Auguste Renoir, Henri de Toulouse-Lautrec, Pablo Picasso, Henri Matisse, Alexej von Jawlensky, Oscar Kokoschka, Alberto Giacometti, Alexander Calder, Paul Klee, Fernand Léger, Jean Arp, Jean Dubuffet, Mark Tobey, Frank Stella, Roy Lichtenstein, Georg Baselitz, und Anselm Kiefer.

Zusätzlich stehen am 22. Juni eine Auswahl an Bildern, Skulpturen, Zeichungen und Drucken sowie eine Gruppe von 30 Keramiken von Picasso in Auktion.

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Guter Start ins 2011

Die Fondation Beyeler hat für die ersten drei Monate des Jahres eine Rekordbesucherzahl von 200'000 verzeichnet. Verantwortlich dafür war die Retrospektive des grossen alpinen Malers Giovanni Segantini.

Die aktuelle Ausstellung ist Claude Brancusi und Richard Serra gewidmet. Sie umfasst rund 40 Brancusi-Skulpturen, zehn Stahl- und Blei-Skulpturen von Serra und wird durch eine Serie von Serras Zeichnungen ergänzt. Die Ausstellung läuft noch bis zum 21. August 2011.

Die Stiftung ist auch Gastgeberin einer Reihe von Veranstaltungen während der diesjährigen, vom 15. bis 19. Juni dauernden Art Basel.

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Übertragung aus dem Englischen: Etienne Strebel, swissinfo.ch


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