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Türchen Nummer 14: Kanton Nidwalden

Keystone / Urs Flueeler

Für Kunstkritiker ist Arnold Odermatt ein "Aussenseiter", "ein exotischer und pittoresker Fall". Er wurde quasi über Nacht vom ehemaligen Dorfpolizisten zum Star der Fotokunst.

Dieser Inhalt wurde am 14. Dezember 2020 - 09:26 publiziert

Die Karriere des Fotografen ist in vielerlei Hinsicht überraschend. Geboren 1925 im Kanton Nidwalden, arbeitete er zunächst als Bäcker, bevor er zur Polizei kam. Schon früh von der Fotografie fasziniert, bat er seine Vorgesetzten um Erlaubnis, Autounfälle mit Fotografien statt – wie es damals üblich war – Skizzen zu dokumentieren.

Zwischen 1948 bis zu seiner Pensionierung in den 1990er Jahren fotografierte Arnold OdermattExterner Link Hunderte von Verkehrsunfällen, schoss Bilder von diensthabenden Teamkollegen, Landschaften und seiner Familie. Die Fotografien der Unfälle dienten als Ergänzung zu den schriftlichen Berichten, die er als Polizeibeamter verfasste.

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Dreizehn Sekunden betrug jeweils die Zeit, die Arnold Odermatt brauchte, um eine Szene festzuhalten. Und er beschränkte sich auf ein Bild pro Ereignis. Was die Bilder so besonders machen, sind ihre Zusammensetzung. "Eine Abfolge von Unfallfotos, bei denen Humor die Tragödie und die Komposition die Information ersetzt. Die Linien auf der Strasse, die die Fahrt der Autos vor der Kollision nachzeichnen, veranschaulichen Odermatts scharfsinniges Auge bei der Rahmung und Komposition seiner Bilder", so das Pariser Kunstzentrum Le Palais de Tokyo.

Odermatts Künstlerkarriere hat erst begonnen, als er bereits im Ruhestand war. Sein Sohn Urs, selbst Regisseur und Filmemacher, stiess zufällig im Elternhaus auf Hunderte von Fotografien. Dieser beschloss, die Bilder auszustellen. Es folgte eine Präsentation auf der Biennale in Venedig 2001, was den Startpunkt für den internationalen Erfolg von Odermatt begründete.

Arnold Odermatt, der immer noch in Stans lebt, hat sich inzwischen aus der Öffentlichkeit zurückgezogen, auch wegen eines altersbedingten Augenleidens, das die Sehkraft stark einschränkt, wie die Luzerner Zeitung anlässlich seines 95. Geburtstags schrieb.

In dieser Fotogalerie finden Sie viele Beispiele für seine Arbeit:


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