Neuer SBB-Fahrplan noch in Testphase

Pasagiere studieren den neuen SBB-Fahrplan. Keystone

Einen Monat nach Einführung des neuen Zug-Fahrplans in der Schweiz sind Anbieter und Kunden zufrieden. Die hohe Beanspruchung des Materials bringt Mehraufwand.

Dieser Inhalt wurde am 12. Januar 2005 - 11:46 publiziert

Der Fahrplanwechsel vom 12. Dezember führt allerdings zu mehr Druck für die Lokomotivführer, und der Güterverkehr kämpft mit Verspätungen.

Der Start am 12. Dezember sei geglückt, zieht SBB-Sprecher Roland Binz eine vorläufige positive Bilanz über die ersten Erfahrungen. Der neue Fahrplan genüge den Anforderungen.

Auf den Schweizer Schienen fahren seit dem Fahrplanwechsel 12% mehr Züge. "Über die Hälfte der Verbindungen sind besser geworden," sagt Binz.

Allerdings mussten die SBB auch zahlreiche Reklamationen entgegennehmen. Binz. " Dass Verschlechterungen für 14% der Fahrstrecken zu Reklamationen führen, ist klar. Anpassungen sind aber nicht immer möglich."

Korrekturen sind laut seinen Aussagen bereits im Gang: So werden bei Engpässen zusätzliche Waggons eingesetzt. Falsche Informationen an Bahnhöfen und in Zügen wurden korrigiert und Irrtümer in Taschen-Fahrplänen ausgemerzt.

Freude bei Fahrgast-Organisation

Freude hat die Fahrgast-Organisation ProBahn Schweiz am neuen Fahrplan: Die SBB hätten aus Fehlern gelernt und sie korrigiert, gerade in den Zentren, zieht Präsident Edwin Dutler Bilanz: "Die Passagiere kommen pünktlicher an. Das Umsteigen wird vereinfacht."

Die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) registrierte einzelne Fahrplan-Reklamationen und leitete sie an die SBB weiter. Anrufe gingen vor allem wegen höheren Preisen und überfüllten Zügen ein, sagt Projektleiter Matthias Nast.

Von überfüllten Zügen berichtet auch Dominik Brühwiler, Leiter Verkehrsplanung beim Zürcher Verkehrsverbund (ZVV). Nur zusätzliches Rollmaterial könne da Abhilfe schaffen.

Dem halten die SBB entgegen, dass in Spitzenzeiten kaum mehr Wagen zur Verfügung stünden.

Schwieriger Start für SBB Cargo

Der Gütertransport von SBB Cargo kämpft im grenzüberschreitenden Verkehr nach wie vor mit Verspätungen. Inzwischen habe sich die Lage verbessert, drei von vier Güterzügen hätten weniger als 30 Minuten Verspätung, sagt Roland Binz. Im Inland seien die Güterzüge pünktlich.

Grund der Anlaufschwierigkeiten sei der massive Ausbau des Angebots. In Italien seien pro Woche 210 Züge für die SBB Cargo unterwegs, fünfmal mehr als bisher. In Deutschland viermal mehr, nämlich 320 pro Woche. In den beiden Ländern habe SBB-Cargo insgesamt 140 neue Lokführer eingestellt.

Personal muss arbeiten

Laut Angaben des Eisebahnerverbandes (SEV) steht das "Lokpersonal" seit dem Fahrplanwechsel vom 12. Dezember unter stärkerem Druck. Gleich viele Personen müssten längere Strecken fahren.

Die schärfere Trennung zwischen Cargo und Personenverkehr mache die gegenseitige Aushilfe zwischen den beiden Bereichen schwieriger, sagte Markus Fischer, stellvertretender Sprecher des Schweizerischen Eisenbahner- und Verkehrspersonal-Verband (SEV).

Dadurch müssten die Güterverkehr-Lokführer mehr Nachtdienst leisten, und die Lokomotivführer des Personenverkehrs würden häufiger als bisher für Wochenend- und Feiertagsdienste eingeteilt.

Die SBB hätten zur Zeit genügend Lokführer, entgegnete Sprecher Roland Binz. Eine Spezialisierung für Güter- und Personenverkehr sei nötig, allein schon wegen der unterschiedlichen Lokomotiven.

Zusätzlichen Aufwand gibt es beim Unterhalt des Rollmaterials, wo derzeit 160 neue Stellen geschaffen werden. Arbeitsaufwändigeres Rollmaterial und nicht Bahn 2000 sei der Hauptgrund, so Binz.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Der neue SBB-Fahrplan ist der erste Schritt im Projekt "Bahn 2000".

Die Modernisierung der Bahn wurde vom Volk 1987 in einer Abstimmung angenommen.

Weitere Etappen bei Bahn 2000: Die Eröffnung des Löschberg-Basistunnels (2007) und diejenige des Gotthard-Basistunnels (2015).

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Fakten

Der neue SBB-Fahrplan ist seit dem 12. Dezember 2004 gültig.

90% der Züge erhielten andere Fahrzeiten.

Es war der gewichtigste Fahrplanwechsel in der Geschichte der Schweizerischen Bundesbahnen.

Mehr als die Hälfte der Verbindungen sind schneller geworden, 14% wurden langsamer.

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