Presseschau vom Dienstag 06.08.2002

Dieser Inhalt wurde am 12. August 2002 - 13:57 publiziert

"Bilanz auf Messers Schneide"

So lautet die Schlagzeile in der NEUEN LUZERNER ZEITUNG. Die Landesausstellung Expo.02 könne finanziell aus dem Schneider kommen.

"Kann - wenn in der zweiten Halbzeit mehr Besucher viel mehr Geld ausgeben",

schreibt das Blatt. So sieht es auch die BERNER ZEITUNG:

"Expo hofft auf den Endspurt",

heisst es da. Und weiter:

"Halbzeit an der Expo: Den Besuchern gefällts. Trotzdem fehlt viel Geld. Die letzten vier Wochen sollen die Kasse füllen."

Kurz und bündig sagt es uns die BASLER ZEITUNG:

"Viele Besucher, zu wenig Einnahmen"

Und der Zürcher TAGES-ANZEIGER titelt:

"Viele Leute, wenig Geld"

Von einem Publikumserfolg sprechen alle Zeitungen, aber eben, von einem

"Publikumserfolg mit Pferdefuss",

wie der Berner BUND schreibt. Es würden halt zu viele ermässigte Tickets verkauft, und, so die NZZ, die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG,

"die verbilligten Billette am Abend finden unerwartet starken Zuspruch".

Poetischer drückt das ST. GALLER TAGBLATT das Dilemma der Expo aus:

"Volk strömt, Umsatz plätschert"

Aber nun mal abgesehen davon, dass sich "der Erfolg nicht auszahlt", wie der TAGES-ANZEIGER schreibt: Wieso gefällt die Expo dem Publikum dermassen gut?

"Es 'fägt' halt",

antwortet darauf DER BUND lapidar. Die Landesausstellung sei in der Form herkömmlich:

"Teller schmeissen, Rutschbahn sausen, Geräusche, Videoclips und allerlei raffinierte Gags statt textlastige Schautafeln und erklärende Information."

Allerdings stifte diese Sinnlichkeit der Form nur Verwirrung um den Inhalt, die Wahrnehmung werde dadurch völlig beliebig, kritisiert DER BUND. Fazit:

"Der 'Erfolg' der Expo hat wahrscheinlich einen noch viel trivialeren Grund: Wo viele Leute hingehen, muss es 'fägen'."

Und für die AARGAUER ZEITUNG hat der Umstand, dass die Leute die Expo als Momentaufnahme des Landes, ein Fest und ein unvergessliches Erlebnis für das ganze Land nehmen, schlicht

"subversive Wirkung".

Nicht subversiv, aber eine

"zusätzliche Belastung für die Börse"

ist der Financier Martin Ebner, wie die BASLER ZEITUNG schreibt. Die Beteiligungen, die seiner BZ-Gruppe verblieben sind, verlieren tägllich massiv weiter an Wert. Das bringe Martin Ebner erneut ins Schwitzen, meint der TAGES-ANZEIGER, für den

"Ebners Zitterpartie"

weiter geht. Deshalb gibt es auch Spekulationen um die BZ Gruppe Holding, wie die NZZ vermerkt. Doch für sie gilt:

"Viele Gerüchte - wenig Fakten."

Nicht ein Gerücht, sondern ein Faktum ist für den CORRIERE DEL TICINO, dass der Fall Ebners das Ende einer Epoche ist:

"La caduta di Ebner, la fine di un'epoca."

Und für die Genfer Zeitung LE TEMPS lässt das finanzielle Debakel Ebners den "Zürcher Politfilz zu Marmor erstarren":

"La débâcle du financier Martin Ebner laisse de marbre le landerau politique zurichois."

Jean-Michel Berthoud

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