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Stimmcouvert für die briefliche Stimmabgabe

Heute in der Schweiz

Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland

In knapp zwei Wochen wird in der Schweiz über vier nationale Vorlagen abgestimmt. Die zweite SRG-Umfrage zeigt nun: Bei allen vier Abstimmungsvorlagen wird es eng, die Zustimmung unter den Stimmberechtigten sinkt.

Dies ist ungewöhnlich, normalerweise ist es genau umgekehrt: Bei Vorlagen mit Absender Bundesrat und Parlament steigt gewöhnlich die Zustimmung im Verlauf des Abstimmungskampfs.

Weiter geht es im heutigen Briefing um erst mal gute Nachrichten für Schweizer Forschende zum EU-Programm Horizon, einen Klassiker unter den Rolex-Uhren und eine «essbare» Schweizer Gemeinde.

Gute Lektüre!

Autobahn A1 von oben mit Drohne aufgenommen
Keystone / Noemi Cinelli

Die Befürworter:innen des Autobahnausbaus verlieren weiter an Boden, wie die zweite SRG-Umfrage des Instituts gfs.bern zeigt.

Knapp zwei Wochen vor der eidgenössischen Abstimmung vom 24. November spricht sich eine hauchdünne Mehrheit der Befragten (51%) gegen den Ausbau des Autobahnnetzes aus. Interessant: Auch unter Auslandschweizer:innen findet die Vorlage weniger Zuspruch als noch bei der ersten Umfrage von Mitte Oktober. Hat die Diaspora damals das Projekt der Behörden zur Entlastung des Strassennetzes überraschenderweise deutlich stärker unterstützt als die Schweizer Bevölkerung insgesamt, so ist sie jetzt – wie die Stimmberechtigten im Inland – gespalten: Die eine Hälfte befürwortet das Projekt, die andere lehnt es ab.

Auch die Vorlage zur einheitlichen Finanzierung im Gesundheitswesen musste Federn lassen, bleibt mit 54% Ja-Stimmen (-7 Prozentpunkte) aber mehrheitsfähig. Hier zeigt sich, dass die Unentschlossenheit unter den Befragten noch hoch ist (9%), was vermutlich auf die Komplexität der Vorlage zurückzuführen ist.

Beim Referendum zur Untermiete stellt gfs.bern eine Pattsituation mit einem Nein-Trend fest, wobei das Nein-Lager neun Prozentunkte dazugewonnen hat. Ein klareres Bild ergibt die zweite Mietrechtsvorlage zur Frage um die Neuregelung des Eigenbedarfs. 53% der Befragten lehnen diese Änderung ab, 44% befürworten sie.

Bei allen vier Vorlagen, über die am 24. November abgestimmt wird, hat der Anteil Nein-Stimmen im Lauf der Kampagne zugenommen. Dies entspricht nicht dem normalen Muster der Meinungsbildung bei Vorlagen der Behörden. Für Lukas Golder von gfs.bern ist das bezeichnend für den Vertrauensverlust der Stimmbevölkerung gegenüber Regierung und Parlament. «Das Vertrauen ist so tief wie seit 2018 nicht mehr», sagt der Politologe.

Miniature Schweizer und EU Flagge auf einem Tisch
Keystone / Gaetan Bally

Forschende in der Schweiz können sich ab heute für weitere Fördergelder des EU-Programms Horizon bewerben.

Wie Le Temps berichtet, wurde diese Entscheidung im Rahmen der laufenden Verhandlungen zwischen der Schweiz und der EU über die bilateralen Abkommen getroffen. «Die Möglichkeit, sich für neue Ausschreibungen des EU-Forschungsprogramms Horizon zu bewerben, ist eine einmalige Chance, das kommerzielle oder soziale Potenzial für innovative Arbeiten freizusetzen», schreibt das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) in einem Post auf X.

Der europäische Forschungsrat spricht von einem «klaren Zeichen des guten Willens» der EU-Kommission in den Verhandlungen um ein Abkommen mit der Schweiz. Bereits im Juli waren drei Ausschreibungen für Schweizer Forschende geöffnet worden. Auch damals war von «gutem Willen» seitens der Kommission die Rede. Ausbezahlt werden die Fördergelder aber erst, wenn ein Abkommen zwischen der Schweiz und der EU unterzeichnet ist.

Die Diskussion um die Beteiligung der Schweiz am EU-Forschungsprogramm hat eine lange Geschichte. Beim Abbruch der Verhandlungen für ein Rahmenabkommen zwischen der Schweiz und der EU im Mai 2021 stufte Brüssel die Schweiz zunächst als nicht assoziiertes Drittland ein. Seit Mai dieses Jahres können sich Forschende in der Schweiz wieder auf gewisse Programme von Horizon bewerben.

Rolex Schriftzug auf Gebäude
Keystone / Gaetan Bally

Sie gilt als eine der Klassiker von Rolex: die Submariner. Der Gesamtmarktwert aller jemals hergestellten Submariner-Uhren beläuft sich nun auf fast 50 Milliarden Dollar.

Dies geht aus einer Analyse der erstmals veröffentlichten Produktionsdaten des Schweizer Uhrenherstellers hervor. 1953 lanciert, gilt die Submariner als Mutter aller Taucheruhren – obwohl sie heute wohl eher an Handgelenken an der Wall Street zu finden ist als an jenem Ihres Tauch-Buddys.

Fast vier Millionen Submariner und Sea Dweller (ebenfalls ein Rolex-Model) Taucheruhren wurden zwischen 1953 und 2020 produziert, schreibt Bloomberg. Der Gesamtmarktwert von 50 Milliarden Dollar unterstreiche die Wertbeständigkeit einiger Rolex-Uhren. «Wenn ich die Augen schliesse und an Rolex denke, ist die Submariner die Uhr, die vor meinem geistigen Auge erscheint», sagt ein in Florida ansässiger Händler für alte Uhren gegenüber Bloomberg.

  • Der Artikel von Bloomberg, kuratiert von SWI swissinfo.ch (auf Englisch).
Zwetschgen im Baum
Keystone / Gian Ehrenzeller

Stellen Sie sich vor, sie sehen einen Zwetschgenbaum voller frischer Früchte – und Sie dürfen sich ungeniert bedienen? In der Gemeinde Oberdorf im Kanton Nidwalden ist diese Illusion bald Realität.

Insgesamt 35 Obstbaumsorten wurden dort gepflanzt, deren Früchte der Bevölkerung frei zur Verfügung stehen.

Mit diesem Konzept hat sich Oberdorf den Titel der ersten «essbaren» Gemeinde der Schweiz verdient. «Unsere Idee ist es, der Bevölkerung eine Geschmacksexplosion zu bieten», sagt Oberdorfs Gemeinderat Thomas Beck gegenüber RSI. Dabei soll es auch neue Geschmacksrichtungen geben, «die man vielleicht nicht kennt, wenn man immer im klassischen Supermarkt einkauft». Man darf also gespannt sein, was da aus der Oberdorfer Erde spriesst.

Wie die Frucht verzehrt werden soll, kann auf einem Etikett auf der jeweiligen Pflanze nachgelesen werden. Die Träger:innen des Projekts hoffen, dass weitere Gemeinden ihrem Beispiel folgen werden. In der Zwischenzeit müssen sich Fruchtliebhaber:innen wohl noch etwas gedulden, bis die ersten Früchte der «essbaren» Gemeinde in einigen Monaten reif sind.

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Debatte
Gastgeber/Gastgeberin Zeno Zoccatelli

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Panzer wird von Kran hochgehoben
Keystone / Cyril Zingaro

Die Schweiz im Bild

Panzer in luftiger Höhe: Ein Unfall mit zwei Armeelastwagen hat am Dienstag zu erheblichen Behinderungen auf der Autobahn zwischen Sitten und Siders im Kanton Wallis geführt. Verletzt wurde glücklicherweise niemand, jedoch musste ein Panzer, der auf einem der Anhänger transportiert wurde, neu positioniert werden. Ein Manöver, für das ein 50-Tonnen schwerer Kran aufgeboten werden musste – und bei dem dieses Bild entstand.

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