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Retter durchsuchen Gebäudetrümmer nach Luftangriffen auf die Stadt Idlib. Nach Informationen der UNO-Kinderhilfswerks wurden bei einem Angriff auf eine Schule mindestens 22 Kinder getötet. Das Foto wurde von der syrischen Gruppe "White Helmets" zur Verfügung gestellt.

KEYSTONE/AP Syrian Civil Defense White Helmets/UNCREDITED

(sda-ats)

Bei Luftangriffen auf eine Schule in Syrien sind nach Informationen des UNO-Kinderhilfswerks Unicef am Mittwoch mindestens 22 Kinder getötet worden. Die Unicef bezeichnete den Angriff auf die Schule in der syrischen Provinz Idlib als "Tragödie".

In einer Erklärung des Unicef-Generaldirektor Anthony Lake hiess es: "Sollte der Angriff vorsätzlich ausgeführt worden sein, wäre er ein Kriegsverbrechen."

Die Schule in der von Rebellen kontrollierten Provinz Idlib sei "wiederholt angegriffen worden", beklagte Lake. Der Vorfall müsse die internationale Gemeinschaft aufrütteln. Es reiche nicht aus, Abscheu angesichts solcher "barbarischer Taten" zu zeigen, sagte er. Die Welt müsse darauf bestehen, dass dies aufhört.

Die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte hatte bereits am Mittwochnachmittag über den Angriff auf die Schule berichtet. Zunächst war jedoch unklar geblieben, wie viele Schüler getötet wurden.

Nach Darstellung der Menschenrechtsstelle hatten syrische oder russische Kampfflugzeuge mindestens sechs Luftangriffe auf das Dorf Haas geflogen, wo die Schule liegt.

Die in Grossbritannien ansässige Beobachtungsstelle bezieht ihre Informationen von Aktivisten in Syrien. Ihre Angaben sind von unabhängiger Seite kaum zu überprüfen.

Russische Beteiligung nicht ausgeschlossen

Das syrische Staatsfernsehen berichtete unter Berufung auf Militärkreise, zahlreiche Aufständische seien bei Angriffen in Haas getötet worden. Eine Schule wurde nicht erwähnt.

Der russische UNO-Botschafter Vitali Tschurkin wollte in New York nicht ausschliessen, dass die Luftwaffe seines Landes an den Angriffen beteiligt gewesen sein könnte.

"Es wäre jetzt einfach für mich zu sagen: 'Nein'", sagte Tschurkin. "Ich bin aber ein verantwortungsvoller Mensch. Ich muss nun erstmal abwarten, was unser Verteidigungsminister dazu sagt." Tschurkin fügte hinzu: "Das ist schrecklich. Ich hoffe, wir haben nichts damit zu tun."

Die Luftwaffen des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad und seines Verbündeten Russland sind wiederholt beschuldigt worden, Zivilisten und zivile Einrichtungen in Syrien zu bombardieren.

Die Provinz Idlib wird von dem islamistischen Rebellenbündnis Dschaisch al-Fateh (Armee der Eroberung) kontrolliert. Ihm gehören unter anderem die Dschihadisten der Fateh-al-Scham-Front an, die bis zu ihrer selbst erklärten Abspaltung vom Terrornetzwerk Al-Kaida Al-Nusra-Front hiess. Nach Angaben der Beobachtungsstelle ist Idlib in den vergangenen Woche verstärkt bombardiert worden.

sda-ats

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