Bei einem Raketenangriff in Nordsyrien sind nach Angaben von Aktivisten neun Menschen in einem Schulgebäude getötet worden. Unter den Todesopfern seien fünf Kinder, teilte die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Mittwoch mit.

Die Organisation machte die syrische Regierungsarmee für den Angriff verantwortlich. Weitere 15 Menschen seien bei dem Raketenbeschuss des Schulgebäudes und von dessen Umgebung in der Stadt Sarmin in der Provinz Idlib verletzt worden.

Nach Angaben der Beobachter war ein Teil des Schulgebäudes als Unterkunft für Flüchtlinge genutzt worden. Der Angriff sei mit Boden-Boden-Raketen geführt worden. Ein AFP-Korrespondent in Sarmin sah die Überreste einer mehrere Meter langen Rakete in einem Olivenhain nahe der Schule.

Die oppositionsnahe Beobachtungsstelle hat ihren Sitz in Grossbritannien und stützt sich auf ein Netzwerk von Informanten in Syrien. Ihre Angaben sind von unabhängiger Seite oft kaum zu überprüfen.

Trotz einer eigentlich geltenden Waffenruhe hatte die syrische Regierungsarmee mit Unterstützung russischer Luftstreitkräfte in den vergangenen Wochen ihre Angriffe in der Provinz Idlib verstärkt, was neue grosse Flüchtlingsbewegungen in Richtung der Grenze zur Türkei auslöste.

Idlib sowie Teile der angrenzenden Provinzen Hama, Aleppo und Latakia werden von dem früheren Al-Kaida-Ableger HTS und anderen islamistischen Milizen kontrolliert. Der syrische Machthaber Baschar al-Assad ist entschlossen, die Region wieder unter seine Kontrolle zu bringen.

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