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"Bonnie und Clyde" im Theater Neumarkt in Zürich hatte am 14. Oktober 2016 Premiere. Es spielen Hanna Eichel, hinten von links nach rechts Simon Brusis, Jennifer Frank, Martin Butzke und Maximilian Kraus

Keystone/Hermann Posch

(sda-ats)

Im Zürcher Theater Neumarkt feiert das bekannte Gangsterduo aus den Dreissigern Urständ in einer lauten, knalligen Show.

Die kriminelle Laufbahn des jungen Pärchens Bonnie Parker und Clyde Barrow - sie war beim Tod im Kugelhagel 1934 gerade mal 24, er 25 Jahre alt - hat viele Autoren und Künstler zur Deutung inspiriert, auf der Bühne wie auch auf der Leinwand; am berühmtesten ist wohl der Film mit Warren Beatty und Faye Dunaway.

Dabei fokussierten die Interpreten ganz unterschiedlich auf die romantisierende, unverbrüchliche Liebe der beiden Gangster, auf deren determinierte kriminelle Energie, deren Drang nach Freiheit und Rebellion, auf die sozialen Um- und Missstände der Grossen Depression oder die sich unerbittlich drehende Spirale von Gewalt und Gegengewalt. Jedenfalls erlange die Geschichte schon bald Kultstatus.

Nun fügt das Theater am Neumarkt in seiner jüngsten Produktion eine weitere Darstellung hinzu. Wojtek Klemm, der auch als Regisseur zeichnet, und seine Dramaturgen haben den Stoff aus Zeitungsartikeln, Polizeiakten und Tagebüchern exzerpiert. Dabei haben sie sich fast sämtlicher Sichtweisen ihrer Vorgänger bedient - und gleichzeitig keiner.

Das mag man als Vor- oder Nachteil empfinden: Rezeptionsgeschichtlich ist es zweifellos richtig und nachvollziehbar. Für die Bühne dagegen wird dadurch - wohl bewusst? - auf eine Position, die zur tragfähigen Diskussion führen könnte, verzichtet.

Die agierenden Personen bleiben konturlos, mögen sie auf der Bühne noch so sehr herumzappeln, schreien, rennen, fliehen, küssen, sich bis auf die Unterwäsche entkleiden... Interesse, Verständnis Abscheu oder gar Empathie lösen sie nicht aus.

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SDA-ATS