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Polizisten vor der Haftanstalt in Boa Vista: Erneut kam es in einem brasilianischen Gefängnis zu einer Revolte. Die Behörden gewannen nach wenigen Stunden die Kontrolle wieder. Mindestens 31 Häftlinge starben bei der Revolte.

KEYSTONE/AP Futura Press/RODRIGO SALES

(sda-ats)

Der Krieg zwischen kriminellen Banden in Brasiliens Gefängnissen nimmt kein Ende. Bereits am Montag starben 56 Häftlinge in Manaus. Vier Tage später gab es bei einer erneuten Revolte in Boa Vista mindestens 31 Tote.

Die neuerliche Revolte begann am frühen Freitag in der Haftanstalt Monte Cristo bei Boa Vista. Die Sicherheitskräfte gewannen nach Angaben der Behörden nach wenigen Stunden die Kontrolle über die ländliche Haftanlage wieder.

Die Täter seien Mitglieder der kriminellen Bande Primeiro Comando do Capital (PCC/Erstes Kommando der Hauptstadt), erklärte der Sicherheitssekretär von Roraima, Uziel Castro. Die Leichen der Opfer seien teilweise enthauptet und zerstückelt worden. Zunächst hatten die Justizbehörden von 33 Toten gesprochen. Wie ein Sprecher sagte, wurden die meisten Opfer mit Stichwaffen getötet. In dem Gefängnis seien keine Schusswaffen gefunden worden.

Bei den Auseinandersetzungen habe es sich nicht um eine "Meuterei" gehandelt, sondern um eine "schnelle Aktion" einer Gruppe von Häftlingen, die nicht einmal eine Stunde gedauert habe, erklärte die Regionalregierung weiter.

Interner Streit

Bei der Revolte am Montag in Manaus hatten viele Opfer der PCC angehört. Die Behörden von Amazonia warnten nach dem Gemetzel in Manaus die Regierung von Roraima vor einer Ausweitung des Krieges unter kriminellen Banden.

Die PCC ist landesweit mit der Bande Comando Vermelho (CV/Rotes Kommando) verfeindet, deren regionale Verbündete von der Bande Familia del Norte (FDN/Familie des Nordens) für das Massaker in Manaus verantwortlich gemacht werden.

Justizminister Alexandre de Moraes wies auf einer Pressekonferenz aber Spekulationen zurück, nach denen es sich in Boa Vista um eine Racheaktion nach den Geschehnissen in Manaus handelte. In Boa Vista gebe es keine Mitglieder anderer Banden, es sei ein noch nicht geklärter interner Konflikt zwischen PCC-Häftlingen und nicht organisierten Insassen ausgebrochen.

In Monte Cristo waren im vergangenen Oktober bei einer Fehde zehn Häftlinge getötet worden. In der Haftanstalt sitzen rund 1400 Insassen ein, bei einer Kapazität für nur 700 Häftlinge.

Brasilien ist eines der Länder mit der höchsten Zahl an Gefängnisinsassen. Nach Angaben des Instituts IPCR gibt es derzeit mehr als 620'000 Häftlinge in Haftanstalten mit einer Gesamtkapazität für 372'000. Menschenrechtsorganisationen kritisieren seit Jahren die Zustände in den brasilianischen Haftanstalten.

SDA-ATS