Angreifer von Fort Lauderdale möglicherweise psychisch krank


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Polizisten am Flughafen in Fort Lauderdale.

KEYSTONE/AP South Florida Sun-Sentinel/MIKE STOCKER

(sda-ats)

Der 26-jährige Mann, der auf dem Flughafen von Fort Lauderdale fünf Menschen erschossen haben soll, ist ein möglicherweise psychisch kranker Irak-Veteran. Nach FBI-Angaben suchte er im November ein Büro der Bundespolizei in Alaska auf und machte wirre Äusserungen.

Der Mann sagte damals, die Regierung zwinge ihn, Propaganda-Videos der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) anzuschauen. Bekannten soll er gesagt haben, er höre Stimmen, die ihn dazu drängten, sich dem IS anzuschliessen.

Der Mann habe beim Besuch aber klar zu erkennen gegeben, dass er nicht vorhabe, jemanden zu verletzen, zitierten US-Medien am Samstag den FBI-Beamten George Piro.

Wie es weiter hiess, waren die Äusserungen des Mannes jedoch so wirr, dass eine psychische Untersuchung veranlasst worden sei. Der Mann habe sich dazu freiwillig in ein Spital begeben.

Keine Hinweise auf Radikalisierung

Das FBI habe bei Nachforschungen nach dem bizarren Besuch keine Hinweise auf eine Radikalisierung gefunden. Es habe auch keine Auslandsreisen gegeben, die auf irgendwelche Kontakte zum IS hindeuteten.

Dennoch schloss das FBI ein terroristisches Motiv zunächst nicht aus. "Wir blicken in alle Richtungen", sagte Piro in der Nacht zum Samstag (Ortszeit) auf einer Medienkonferenz.

Ein Vertreter des US-Verteidigungsministeriums sagte der Nachrichtenagentur AFP, bei dem Schützen handle es sich um einen ehemaligen Soldaten der Nationalgarde von Puerto Rico und Alaska.

Er sei von April 2010 bis Februar 2011 im Irak stationiert gewesen und habe die Armee im August 2016 verlassen. Laut CBS war gegen den Schützen vor einigen Jahren ergebnislos in einem Kinderporno-Fall ermittelt worden.

Widerstandslos festgenommen

Der Mann hatte am Freitag an einer Gepäckausgabe auf dem Flughafen in Florida das Feuer eröffnet. Dabei wurden auch acht Menschen verletzt, mehrere von ihnen waren am Samstag noch in Lebensgefahr, wie Floridas Gouverneur Rick Scott vor Journalisten sagte.

Der Täter hatte Medienberichten zufolge nach dem Angriff seine Waffe fallengelassen und sich dann mit ausgestreckten Armen und gespreizten Beinen auf den Boden gelegt. Die Polizei habe ihm ohne Probleme Handfesseln anlegen können und ihn noch am Freitag vernommen.

Wie es weiter hiess, war der 26-Jährige am Freitag nach Fort Lauderdale geflogen und habe seine Waffe legal in einem Behälter aufgegeben. Das ist in den USA unter Auflagen möglich und kommt häufig vor, wie Experten im US-Fernsehen erläuterten.

Nach der Ankunft habe der Mann den Behälter - sein einziges Gepäckstück - vom Band genommen, in einem Toilettenraum dann die Waffe ausgepackt und sie geladen.

Der Flughafen wurde zwischenzeitlich gesperrt, am Samstag lief der Verkehr aber wieder normal. Der internationale Flughafen wird jährlich von rund 25 Millionen Passagieren genutzt und gilt als wichtige Drehscheibe etwa für Flüge in die Karibik.

SDA-ATS

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