Alle News in Kürze

Der Ausstoss von Treibhausgasen in der Schweiz ist im Jahr 2014 gegenüber dem Vorjahr stark gesunken. Der Grund war der milde Winter. Nur leicht gesunken sind die Emissionen im Verkehr. Ob die Reduktionsziele bis 2020 erreicht werden können, ist offen.

Das Treibhausgasinventar der Schweiz für 2014 ist am Freitag an das UNO-Klimasekretariat übermittelt worden, wie das Bundesamt für Umwelt (BAFU) mitteilte. Der Treibhausgasausstoss betrug 48,7 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente. Das sind 5 Millionen Tonnen weniger als im Basisjahr 1990 und 3,9 Millionen Tonnen weniger als 2013.

Die Treibhausgasemissionen schwanken je nach Heizbedarf beträchtlich. Werden die besonderen klimatischen Einflüsse herausgerechnet, sind die Emissionen 2014 gegenüber 1990 lediglich um 2,8 Millionen Tonnen (5 Prozent) und gegenüber dem Vorjahr um 0,5 Millionen Tonnen (1 Prozent) gesunken.

Der Rückgang müsse sich nun fortsetzen und verstärken, damit die Schweiz die nationalen und internationalen Reduktionsziele erreiche, schreibt das BAFU. Bis 2020 müssen gemäss CO2-Gesetz die Treibhausgasemissionen in der Schweiz gegenüber 1990 um 20 Prozent gesunken sein.

Emissionen im Verkehr zu hoch

Im Gebäudesektor lagen die Emissionen 2014 um 30 Prozent tiefer als 1990. Im Verkehr dagegen lagen sie im Vergleich zu 1990 um 9 Prozent höher. Das Maximum hatte der Ausstoss im Verkehr 2008 erreicht. Seither nehmen die Emissionen leicht ab. Zwischen 2013 und 2014 gingen sie um 0,6 Prozent zurück.

Der Hauptgrund dafür ist laut dem BAFU die deutliche Reduktion der CO2-Emissionen pro gefahrenen Kilometer. Allerdings wird dieser Rückgang durch die Zunahme der gefahrenen Kilometer zu einem grossen Teil ausgeglichen.

Die Treibhausgasemissionen der Industrie sind seit 1990 um knapp 10 Prozent gesunken, obwohl die Emissionen aus der Abfallverbrennung deutlich zugenommen haben. Die Emissionen der Landwirtschaft lagen 2014 um 10 Prozent unter dem Niveau von 1990, weil der Viehbestand zurückgegangen ist.

CO2-Abgabe laut Studien wirksam

Das BAFU hat auch die Wirkung der CO2-Abgabe untersuchen lassen. Die Studien zeigten, dass die Abgabe seit ihrer Einführung 2008 einen signifikanten Beitrag zur Reduktion der Emissionen geleistet habe, schreibt das Bundesamt.

Eine Studie von ECOPLAN, EPFL und der Fachhochschule Nordwestschweiz schätzt die Gesamtwirkung der CO2-Abgabe zwischen 2008 und 2013 auf 2,5 bis 5,4 Millionen Tonnen CO2, je nach Modell. Etwa drei Viertel der Einsparungen erzielten die Haushalte, rund ein Viertel die Wirtschaft. Mit steigender Höhe der Abgabe hat die Wirkung laut der Studie zugenommen.

In einer weiteren Studie wurden Unternehmen befragt. Die Autoren kommen zum Schluss, dass die treibhausgasintensiven Unternehmen, die Zielvereinbarungen abgeschlossen haben, vermehrt Massnahmen zur Reduktion des CO2-Ausstosses ergriffen. Geringer ist laut der Studie der Beitrag kleinerer Unternehmen. Hier setzten die anfänglich tiefen Abgabesätze erst geringe Anreize.

sda-ats

 Alle News in Kürze