Bei der Post laufen Verhandlungen zur Senkung der Renten


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Der moderne Pöstler bei einem seiner künftigen Jobs, der Kofferraum-Zustellung. Wie seine Pensionskassen-Rente eines Tages aussehen könnte, darüber wird gerade verhandelt. (Symbolbild)

KEYSTONE/MARCEL BIERI

(sda-ats)

Angestellte der Post und der SBB müssen tiefere Renten befürchten. Verhandlungen über eine Senkung des Umwandlungssatzes (UWS) sind am Laufen. Die Post möchte eine Senkung unter 5 Prozent erreichen. Auch bei der SBB bahnt sich eine Senkung an.

"Die Verhandlungen laufen. Es steht noch nicht fest, ob der Umwandlungssatz unter 5 Prozent sinken wird", sagte Postkonzernchefin Susanne Ruoff der "SonntagsZeitung".

Postsprecher Oliver Flüeler bestätigte am Sonntag auf Anfrage, dass zwischen der Post und den Sozialpartnern Verhandlungen am Laufen seien. "Was am Ende herauskommt, wird sich zeigen." Entscheiden müsse schliesslich der Stiftungsrat der Post Pensionskasse.

"Ein Dammbruch"

"Die Senkung des Umwandlungssatzes der 65-jährigen auf unter 5 Prozent wäre ein Dammbruch", sagte René Fürst vom Personalverband transfair. Der Umwandlungssatz bei einer Pensionierung mit 65 Jahren liegt derzeit bei der Post Pensionskasse für die überobligatorischen Leistungen bei 5,35 Prozent.

Heute gingen die Post-Mitarbeitenden im Durchschnitt aber mit 62,5 Jahren in Pension. "Je früher jemand in Pension geht, desto tiefer ist der Umwandlungssatz, der die Höhe der Rente bestimmt", sagte Fürst.

Post bürdet Kosten Allgemeinheit auf

"Die Rentner und Rentnerinnen haben schon heute einen Umwandlungssatz unter 5 Prozent", sagte Fürst. Sinke der Satz für die 65-jährigen unter die 5-Prozent-Marke, "dann bedeutet dies für diejenigen, die schon heute einen Satz unter 5 Prozent haben, vermutlich knapp über 4,5 Prozent."

Die meisten Postangestellten seien Brief- und Paketzusteller mit eher tiefen Löhnen. "Sinken deren Renten, dann besteht Gefahr, dass es bald nicht mehr zum Leben reicht, und sie müssen zu ihrer AHV Ergänzungsleistungen beziehen."

"Diese Negativspirale bedeutet, dass die Post-Pensionskasse ihre soziale Pflicht gegenüber den Post-Pensionären künftig der Allgemeinheit aufbürdet", kritisierte der transfair-Branchenleiter Post und Logistik. Transfair sowie die Gewerkschaft Syndicom haben zusammen mit Vertretern der Post Einsitz im Stiftungsrat der Post-PK.

Vorgespräche bei SBB

Bei der SBB ist man noch nicht ganz so weit: Es werde in den kommenden Monaten darüber entschieden, ob und in welchem Ausmass der Umwandlungssatz gesenkt werde, wurde der Sprecher der SBB-Pensionskasse in der "Sonntagszeitung" zitiert. Bei der SBB-PK liegt der Umwandlungssatz für 65-jährige bei 5,21 Prozent für die überobligatorischen Leistungen.

Bei der Bahn laufen noch keine direkten Verhandlungen zum Umwandlungssatz zwischen den Sozialpartnern, aber erste Gespräche, wie ein Sprecher der Gewerkschaft des Verkehrspersonals SEV auf Anfrage sagte. Entscheide werden im Laufe dieses Jahres erwartet. Noch offen ist auch, auf wann eine allfällige Senkung in Kraft treten würde bei der SBB.

Der Umwandlungssatz für den obligatorischen Teil der Pensionskasse ist gesetzlich festgeschrieben. Er liegt derzeit bei 6,8 Prozent. Bei der laufenden Reform der Altersvorsorge wird im Parlament eine Senkung auf 6,0 Prozent diskutiert.

SDA-ATS

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