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Die erfolgreichste Ära des Klubfussballs geht nach 30 Jahren zu Ende. Silvio Berlusconi unterzeichnet mit den Managern einer chinesischen Investorengruppe die Verträge zum Verkauf der AC Milan.

Somit geht innerhalb von wenigen Wochen der zweite grosse Mailänder Klub in chinesische Hände über. Anfang Juni hatte die chinesische Handels- und Elektronikfirma Suning Inter Mailand für rund 600 Millionen Euro übernommen (inklusive Übernahme der Schulden).

Die AC Milan wurde sogar mit 740 Millionen Euro bewertet. 520 Millionen Euro bezahlen die chinesischen Investoren in drei Tranchen bis Ende November an Berlusconis Familien-Holding Fininvest. Die Schulden von 220 Millionen Euro werden ebenfalls übernommen.

Zudem haben sich die Chinesen schriftlich dazu verpflichtet, in den nächsten drei Jahren mindestens 350 Millionen Euro in Spielertransfers zu investieren. Es ist damit zu rechnen, dass Milan spätestens im Transferfenster des nächsten Januars die Muskeln spielen lassen wird.

Berlusconi knüpfte den Verkauf vor allem an diese Bedingung: Wer auch immer Milan kauft, er muss dafür sorgen, dass die Mannschaft national und international wieder konkurrenzfähig wird. So wie es der Verein zwischen 1986 und 2011 war, als er unter Berlusconis Führung von einem Serie-A-Mittelfeldklub zum erfolgreichsten Klub der Welt aufstieg.

In den letzten fünf Jahren jedoch war Berlusconis Fussball-Imperium im Nachgang einiger gravierender Niederlagen des Ex-"Cavaliere" auf wirtschaftlicher, politischer und juristischer Ebene in sich zusammengebrochen. Berlusconi konnte (oder wollte) keine privaten Gelder mehr in den Klub einschiessen, zudem waren seine beiden ältesten Kinder Marina und Pier Silvio, beide Top-Manager bei Fininvest, nicht mehr gewillt, den Fussball-Klub mit Geldern aus der Familien-Holding zu subventionieren.

Mit der Unterzeichnung der Verkaufsverträge in Berlusconis Sommer-Residenz Villa Certosa auf Sardinien ging ein monatelanges Hin und Her zu Ende, das die italienischen Medien und Tifosi fast täglich beschäftigt hatte. Dass Milan dereinst an chinesische Investoren verkauft werden würde, schien schon lange beschlossene Sache. Doch der Zeitpunkt wurde immer wieder hinausgeschoben.

Umso grösser war die Überraschung am Freitag, als der Verkauf plötzlich ganz schnell über die Bühne ging - und zwar nicht an das chinesische Konsortium, das seit Monaten als potenzieller Käufer gehandelt wurde. Zu den neuen Besitzern des Klubs gehören nun in erster Linie die Management-Firma Sino-Euro Sports Investment und deren Vorsitzender Li Yonghong sowie der staatlich kontrollierte Investment-Fund Haixia Capital.

sda-ats

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