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Nicht höhlengereift wie hier in Kaltbach LU, sondern kavernengereift wird der Käse aus der ehemaligen Berner Oberländer Armeeanlage sein.

KEYSTONE/GAETAN BALLY

(sda-ats)

Im Berner Oberland dienen vier ehemalige, grosse Munitionskavernen der Schweizer Armee künftig als Käsereifungslager. Eine Berner Käsevermarktungsfirma hat die Stollen gekauft und am Dienstag mit deren Umbau begonnen.

Die in Langnau BE ansässige Gourmino AG will ab April 2017 in den über hundert Meter langen ehemaligen Stollen der Armee bis zu 500 Tonnen Käse zur Reifung bringen. Gourmino-Geschäftsführer Roland Sahli bestätigte am Mittwoch auf Anfrage Angaben der Zeitungen "Berner Oberländer", "Thuner Tagblatt" und ihrer Schwesterblätter.

Mehrere Millionen Franken investiert die 2001 von fünf Dorfkäsern gegründete Firma in den Umbau und die Einrichtung der Anlage. Sie lässt einen Querstollen in den Fels sprengen und baut eine Klimaanlage sowie Lagergestelle für Hart- und Halbhartkäse ein.

Die Kaverne ist für die Gourmino AG attraktiv, weil jahrein, jahraus eine Temperatur von acht Grad herrscht, wie Sahli sagt. Eine Klimaanlage braucht es trotzdem, weil die ideale Lagertemperatur für den Käse elf bis zwölf Grad beträgt. Auch müssen saisonale Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen ausgeglichen werden.

Laut Sahli gibt es in der Schweiz andere grosse Käsereifungslager in Höhlen, etwa jenes von Emmi im Sandstein von Kaltbach LU. Ein so grosses Käselager in einer ehemaligen Armeekaverne werde seines Wissens aber einzigartig sein. Mit ihr ersetzt die Gourmino AG ein bisheriges, gemietetes Lager und fand im Emmental nichts Geeignetes.

sda-ats

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