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Das Calanca-Wolfsrudel hat auch dieses Jahr Nachwuchs bekommen: Das Bild aus der Fotofalle zeigt einen erwachsenen Wolf und sechs Welpen.

(sda-ats)

Die Wölfe am Calanda-Massiv im Grenzgebiet der Kantone Graubünden und St. Gallen vermehren sich weiter prächtig. Sie haben sich bereits zum fünften Mal fortgepflanzt. Am Churer Hausberg tummeln sich mindestens sechs Wolfswelpen.

In den letzten Tagen hätten Privatpersonen zwei Mal die Beobachtung von Jungwölfen gemeldet, wie das Bündner Amt für Jagd am Mittwoch meldete. Aufnahmen aus einer Fotofalle hätten nun die Beobachtungen bestätigt. Die Eltern des fünften Wolfswurfs in Serie dürften erneut die Wölfin F07 und der Rüde M30 sein.

In den vergangenen vier Jahren wurden jeweils im Laufe des Herbstes fünf bis sieben Welpen beobachtet oder genetisch nachgewiesen. Weil Jungtiere im Alter zwischen zehn Monaten und zwei Jahren wegziehen und sich ein eigenes Revier suchen, zählt das Calanda-Rudel relativ konstant acht bis zehn Wölfe.

Scheu verloren

Da die Wölfe nach Ansicht der Jagdbehörde in den letzten Jahren zunehmend die Scheu vor dem Menschen verloren, erteilte der Bund letzten Herbst eine befristete Abschussbewilligung für maximal zwei Jungwölfe.

Die Abschüsse hätten die Wölfe wieder menschenscheuer machen sollen. Darum war die Bewilligung an eine Reihe von Bedingungen geknüpft. Ein Wolf hätte nur in der Nähe einer Siedlung, zur Aktivitätszeit des Menschen und in Anwesenheit des Rudels geschossen werden dürfen. Die Wölfe sollten den Tod eines Rudelmitgliedes mit dem Menschen und mit Dorfnähe in Verbindung bringen.

Weil der letzte Winter aber schneearm und mild war, kam es zu keinen solchen Situationen. Die Wildhut feuerte keinen einzigen Schuss ab. Die Wölfe waren ihrer Beute gefolgt, dem Schalenwild und insbesondere den Hirschen. Das Wild stieg wegen des milden Winters nicht wie sonst in tiefere Lagen hinunter, sondern hielt sich bis hinauf zur Waldgrenze auf.

Ob in Zukunft eine neue Abschussbewilligung beantragt wird, hängt laut dem Bündner Jagdinspektor Georg Brosi vom Verhalten der Grossraubtiere ab. "Die Frage ist, ob sich das problematische Verhalten wieder fortsetzt", sagte Brosi im Frühling.

sda-ats

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