China baut trotz US-Warnung Basen in Südchinesischen Meer


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Das Mischief-Riff im umstrittenen südchinesischen Meer auf einer Luftnahme aus einem Militärflugzeug: China hat aus mehreren solchen Riffen künstliche Inseln gebaut und soll nach Ansicht von US-Geheimdiensten auch Gebäude aufgestellt haben, die Langstrecken-Raketen beherbergen könnten. (Archivbild)

KEYSTONE/AP European Pressphoto Agency POOL/RITCHIE B. TONGO

(sda-ats)

China treibt trotz Warnungen der USA den militärischen Ausbau seiner Stützpunkte auf künstlichen Inseln im Südchinesischen Meer voran. Damit untermauert das Land seinen Gebietsanspruch in einer der wichtigsten Schifffahrtsregion der Welt.

"China führt normale Bautätigkeiten auf seinem eigenem Territorium aus", erklärte ein Sprecher des Aussenministeriums am Mittwoch in Peking mit Blick auf US-Berichte, die Inseln würden aufgerüstet. "Das beinhaltet die Verlegung geeigneter Verteidigungsmöglichkeiten, wie es dem normalen Recht nach internationalen Gesetzen für souveräne Staaten entspricht."

Die US-Regierung von Präsident Donald Trump hat die Aktivitäten im Südchinesischen Meer als illegal kritisiert. Ob und wie die USA auf die jüngsten Entwicklungen reagieren, ist unklar. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums wiederholte zunächst nur die bekannte Forderung, dass das Südchinesische Meer nicht militarisiert werden dürfe.

Hinweise für Bau von Raketen-Stellungen

Zwei Vertreter der US-Regierung sagten der Nachrichtenagentur Reuters, auf den Inseln stünden fast zwei Dutzend Gebäude kurz vor ihrer Fertigstellung, in denen offensichtlich Flugabwehrraketen mit grosser Reichweite stationiert werden könnten.

Die Betonbauten auf den Riffen Subi, Mischief und Fiery Cross verfügten über einfahrbare Dächer. Dies könne als militärische Eskalation gewertet werden.

Ein Geheimdienstvertreter sagte, die Gebäude seien jenen ähnlich, in denen Raketenbatterien untergebracht seien. Dem zweiten Insider zufolge sind die Gebäude offensichtlich 20 Meter lang und zehn Meter hoch.

Jahrelanger Streit mit Anrainer

Die Volksrepublik erhebt Ansprüche auf fast das gesamte Südchinesische Meer und streitet deswegen seit Jahren mit Anrainerstaaten. Ein Drittel der weltweiten Seetransporte führt durch das Gebiet.

Die Riffe Subi, Mischief und Fiery gehören zur Spratly-Inselkette. Dort hat China bereits auf künstlichen Inseln Landebahnen angelegt, was internationale Spannungen auslöste.

US-Aussenminister Rex Tillerson sagte kurz vor seinem Amtsantritt im Januar, China sollte der Zugang zu den künstlichen Inseln verwehrt werden. Später schlug er versöhnlichere Töne an.

So betonte er zuletzt in einem Telefonat mit dem wichtigsten Diplomaten der Volksrepublik, Yang Jiechi, die Bedeutung konstruktiver Beziehungen, wie das Aussenministerium am Dienstag in Washington mitteilte. Am Freitag hatte Tillerson erstmals seinen Kollegen Wang Yi am Rande des G20-Aussenministertreffens in Bonn getroffen.

SDA-ATS

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