Chinesische Investoren weiten Einkaufstour in Europa aus


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Der Deal zwischen Syngenta und ChemChina im Wert von rund 44 Milliarden US-Dollar ist die bisher grösste chinesische Übernahme in Europa. (Archiv)

KEYSTONE/EPA/WU HONG

(sda-ats)

Chinesische Investoren haben sich im Jahr 2016 an über 300 Firmen in Europa beteiligt oder diese gekauft. Das ist fast die Hälfte mehr und ein neuer Rekord. Mehr als die Hälfte der investierten Gelder flossen in die Schweiz.

Am meisten Übernahmen gab es dagegen erneut in Deutschland, wie aus einer Studie des Beratungsunternehmens EY vom Mittwoch hervorgeht. 68 Zukäufe tätigten chinesische Unternehmen im letzten Jahr in unserem nördlichen Nachbarland, rund die Hälfte mehr als noch im Jahr 2015. Damit bleibt Deutschland mit Abstand das attraktivste Investitionsziel innerhalb Europas.

Auf dem zweiten Platz rangiert Grossbritannien mit 47 Unternehmenskäufen oder -beteiligungen, gefolgt von Frankreich und Italien mit jeweils 34 sowie den Niederlanden mit 21. Die Schweiz kommt laut EY neu an sechster Stelle mit elf Transaktionen, im Vorjahr war es noch der neunte Rang gewesen.

Von den insgesamt 86 Milliarden US-Dollar, welche chinesische Firmen in Europa investierten, flossen rund 46 Milliarden US-Dollar in die Schweiz. Grund ist der Mega-Deal zwischen dem Basler Agrochemikonzern Syngenta und Chemchina, der allein schon auf rund 44 Milliarden US-Dollar kommt. Es ist die bisher grösste chinesische Übernahme im Ausland überhaupt.

Mehr politischer Gegenwind

Im zweiten Halbjahr 2016 gab es laut Studie eine gewisse Verlangsamung der Übernahmeaktivitäten. "Das Umfeld für chinesische Übernahmen ist etwas schwieriger geworden", sagte Fabian Denneborg, Experte für Firmenübernahmen bei EY Schweiz.

Zum einen werde es immer wichtiger, die Ziele einer Transaktion zu erklären und der Sorge vor Abwanderung der Arbeitsplätze und von Know-how mit guten Argumenten zu unterlegen. Zum anderen stehe auch die chinesische Regierung grossen Übernahmen im Ausland kritischer gegenüber. Peking möchte einen zu grossen Kapitalabfluss und eine damit verbundene Abwertung des chinesischen Renminbi verhindern.

EY geht aber von einer weiterhin regen Transaktionstätigkeit aus. Im Fokus seien auch grosse Unternehmen, die derzeit im Besitz von Finanzinvestoren sind, oder Teilbereiche von Grosskonzernen.

SDA-ATS

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