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Beim Crowdsourcing nehmen viele Menschen wenig Geld in die Hand, um ein Projekt zu starten. In der Schweiz nahmen vergangenes Jahr rund 90'000 Personen an solchen Kampagnen teil. (Symbolbild)

KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER

(sda-ats)

Auf tiefem Niveau ist der Markt für Schwarmfinanzierung (sog. Crowdfunding) in der Schweiz erneut stark gewachsen. Diese Art der Geldbeschaffung beim breiten Publikum übers Internet hat im vergangenen Jahr um 73 Prozent auf 27,3 Millionen Franken zugelegt.

Im Vorjahr waren so erst 15,8 Millionen Franken zusammengekommen, wie aus der dritten Studie der Hochschule Luzern zum Crowdfundingmarkt Schweiz hervorgeht, die am Dienstag veröffentlicht wurde. Dazu wurden die Daten von 31 Crowdfunding-Plattformen berücksichtigt. Insgesamt haben im letzten Jahr über 90'000 Personen Schwarmfinanzierungs-Kampagnen finanziell unterstützt.

Mit dieser Methode der Geldbeschaffung lassen sich über Plattformen im Internet verschiedenartige Projekte finanzieren. Dazu gehören beispielsweise Kleinkredite, aber auch die Beteiligung an einem Start-Up, der Miterwerb einer Immobilie oder die Finanzierung eines Fotobuchs. Crowdfunding-Projekte weisen somit eine enorm hohe Bandbreite auf.

Sie haben gemeinsam, dass in der Regel viele Personen einen oftmals kleinen Betrag zur Verfügung stellen und so die Realisierung eines Projekts ermöglichen. Zentrales Element aller Crowdfunding-Formen ist die direkte, internetbasierte Kommunikation zwischen Geldgebern und Kapitalempfängern.

Ende 2015 gab es laut Studie in der Schweiz über 30 Plattformen. Bis April 2016 ist dieser Wert sogar auf etwa 40 angestiegen.

Kredite legen am stärksten zu

Am stärksten ist die Kategorie Crowdlending gewachsen, die Geld gegen Zins vergibt. Sie wuchs von 3,5 Millionen auf 7,9 Millionen Franken. Das ist ein Plus von 127 Prozent.

"Dieses starke Wachstum hängt vor allem mit dem Markteintritt von Plattformen zusammen, die nicht nur Privatpersonen, sondern auch KMU ermöglichen, via Crowdfunding an Kredite zu gelangen", erklärte Co-Studienleiter und Finanzprofessor Andreas Dietrich. Für KMU würden vergleichsweise grosse Summen fliessen, was das Volumen nach oben treibe.

Die Kategorie Crowdsupporting/Crowddonating, bei der Geld gegen Güter oder Dienstleistungen vergeben oder einfach ohne Gegenleistung gespendet wird, legte um 60 Prozent auf 12,3 Millionen Franken zu. Damit ist Crowdsupporting/Crowddonating nach wie vor die grösste Kategorie der Schwarmfinanzierung. Dabei entfielen 5,5 bis 6 Millionen Franken auf die Kultur- und Kreativbranche.

Das Crowdinvesting, das Geld gegen Beteiligung am Unternehmen oder an Immobilien vergibt, wurde unter anderem von den Beteiligungen an Immobilien getrieben. Es legte um 54 Prozent auf 7,1 Millionen Franken zu.

sda-ats

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