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Der vierte Abend der Leichtathletik-Wettkämpfe in Rio endet mit einer Sensation. Der Brasilianer Thiago Braz da Silva siegt im Stabhochsprung vor Renaud Lavillenie, dem Olympiasieger von 2012.

Der feucht-kühle Abend im Olympiastadion João Havelange, der mit einem kräftigen Regenguss begonnen hatte, endete kurz vor Mitternacht mit einem Sturm der Begeisterung. Der Brasilianer Thiago Braz da Silva zeigte den Wettkampf seinen Lebens und kürte sich völlig überraschend zum Olympiasieger. Der 22-Jährige verbesserte seine persönliche Bestleistung um 13 Zentimeter und stellte mit 6,03 m sowohl eine Jahresweltbestleistung als auch einen olympischen Rekord auf.

Als der Franzose Renaud Lavillenie beim dritten und letzten Versuch auf 6,03 m scheiterte, brandete zum letzten Mal grosser Jubel auf den nicht einmal zur Hälfte gefüllten Rängen auf. Die Sensation war perfekt, nachdem da Silva diese Höhe zuvor im zweiten Versuch übersprungen hatte. Der Brasilianer war zuvor ein unbeschriebenes Blatt gewesen. Seinen grössten Erfolg hatte er bei den Südamerika-Spielen 2013 in Cartagena gefeiert.

Der Franzose Lavillenie hatte einen nahezu perfekten Wettkampf hingelegt. Der Olympiasieger von 2012 überquerte die ersten vier Höhen bis und mit 5,98 m im ersten Versuch. Auf 6,03 m scheiterte der herausragende Stabhochspringer der letzten Jahre, der bei seinen letzten Versuchen vom Publikum ausgepfiffen wurde, zweimal äusserst knapp.

Rudisha siegte über 800 m erneut

Im 800-m-Rennen hatte dem Angriff David Rudishas nach 500 m niemand etwas entgegenzusetzen. Der 27-jährige aus Kenia zog seine Pace durch und siegte deutlich vor dem Algerier Taoufik Makhloufi und dem Amerikaner Clayton Murphy. In 1:42,15 Minuten stellte der zweifache Weltmeister eine deutliche Jahresweltbestzeit auf. Die letzte Runde absolvierte Rudisha in 52,94 Sekunden, nachdem sein Landsmann Alfred Kipketer das Rennen fulminant angegangen war und nach 400 m in 49,23 Sekunden passierte.

Für Rudisha war es der zweite Olympiasieg nach London vor vier Jahren. Damals hatte er seinen heute noch gültigen Weltrekord von 1:40,91 Minuten aufgestellt. Fergusons Landsleute Kipketer und Ferguson Rotich gingen ebenso leer aus wie die beiden Europäer Marcin Lewandowski aus Polen und Pierre-Ambroise Bosse aus Frankreich.

Ein spektakuläres Finish erlebten die Zuschauer über 400 m der Frauen. Shaunae Miller von den Bahamas, die zu Beginn der Zielgeraden noch klar geführt hatte, rettete mit einem Sturz über die Ziellinie einen Vorsprung von sieben Hundertstel auf die heranstürmende Allyson Felix aus den USA und krönte sich zur Olympiasiegerin und Nachfolgerin von Sanya Richards-Ross.

Miller gelang damit die Revanche für die Niederlage vor einem Jahr an den Weltmeisterschaften in Peking, wo Felix gesiegt hatte. In 49,51 Sekunden verbesserte die 22-Jährige aus Nassau, die Marie-José Pérec ihr Vorbild nennt, ihre Jahresweltbestzeit um elf Hundertstelsekunden.

sda-ats

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