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Orascom-Gründer Samih Sawiris bezeichnet den Zeitraum bis zur Erreichung der Gewinnschwelle als "überblickbar. (Archivbild)

Keystone/ALEXANDRA WEY

(sda-ats)

Der Immobilienentwickler Orascom DH wird weiterhin an der Schweizer Börse bleiben. Die Dekotierung der Gesellschaft sei "absolut kein Thema", sagte Verwaltungsratspräsident und Mehrheitsaktionär Samih Sawiris in einem Zeitungsinterview.

Die Kotierung an der Schweizer Börse sei auch eine Art "Schutzmechanismus" für die Orascom Development Holding, erklärte Sawiris in den Zeitungen "Tages-Anzeiger" und "Der Bund" vom Montag. "Wenn wir viele ausländische Privataktionäre haben, wagt es die ägyptische Regierung kaum, uns zu enteignen", sagte Sawiris im Interview.

Nach der Revolution habe die Regierung die Ferienanlage El Gouna wegnehmen wollen. "Wir haben darauf hingewiesen, dass wir viele Schweizer Aktionäre haben und diese international klagen werden", erklärte Sawiris. "Das zeigte Wirkung".

Auch schaffe die mit der Börsenpräsenz verbundene Transparenz bei den Anlegern Vertrauen. "Einer Schweizer Publikumsgesellschaft wird mehr getraut als dem Milliardär Sawiris aus dem Orient".

Zudem sichere die Kotierung den Fortbestand des Unternehmens bei der Nachfolgeregelung. "Ich habe fünf Kinder, eine Frau und eine Ex-Frau. Eine Erbteilung ist dank Börsenkotierung einfach. Da kann es keinen Streit geben, der das Unternehmen als Ganzes gefährdet."

Weiter äussert sich der ägyptische Investor zur aktuellen Tourismus-Krise in Ägypten: "Wir leiden seit vier Jahren". Orascom habe dabei etwa die Hälfte der Hotels in Ägypten schliessen und 5000 Mitarbeiter entlassen müssen.

Eine Ausnahme sei dabei die Ferienanlage in El Gouna, die als kleine Stadt völlig autonom funktioniere. "Das reicht aber nicht aus, um die Rückgänge an anderen Orten zu kompensieren."

Ungerechtfertigte Reisewarnungen

Für die anhaltende Tourismuskrise in Ägypten macht Sawiris auch die Reisewarnungen einiger westlicher Länder mitverantwortlich. Er sei unfair, dass die Sicherheitslage für Ägypten gefährlicher eingeschätzt werde, als etwa die für die Türkei oder für Tunesien. Aber auch die Hilfe der ägyptischen Regierung sei leider "nicht wirklich existent".

Mit Blick auf das Projekt in Andermatt sei der Zeitraum bis zur Erreichung der Gewinnschwelle "überblickbar", sagte Sawiris weiter. Bis anhin habe er privat rund eine halbe Milliarde Franken in das Projekt investiert.

Mittelfristig soll sein privat gehaltener Anteil von 51 Prozent wieder an Orascom zurückgehen und dort voll konsolidiert werden. Er halte diesen Anteil nur privat, damit das Unternehmen nicht zu sehr mit Schulden belastet werde.

sda-ats

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