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Eine dezente Lichtführung soll die historischen Fassaden in der Zürcher Bahnhofshalle aufwerten. Die halbrunden Fenster werden in der Nacht blau angestrahlt.

SBB

(sda-ats)

Die SBB will über 6 Millionen Franken in eine neue Beleuchtung im oberirdischen Teil des Zürcher Hauptbahnhofs investieren. Über 1200 energiesparende LED-Leuchten sollen die Lichtqualität verbessern und für mehr Wohlbefinden sorgen.

Die Beleuchtung in der denkmalgeschützten Bahnhofshalle sowie der Quer- und Perronhalle stammt aus den 1990er Jahren. Sie habe das Ende ihrer Lebensdauer erreicht und genüge den heutigen Anforderungen nicht mehr, sagte Roberto Compagnino, Gesamtprojektleiter des neuen Beleuchtungskonzepts, am Freitag vor den Medien.

Um den grössten Bahnhof der Schweiz ins richtige Licht zu rücken, hatte die SBB einen öffentlichen Wettbewerb durchgeführt, an dem sich 14 Büros aus dem In- und Ausland beteiligten. Verlangt wurde ein Gesamtkonzept, das die drei Bereiche gut interpretiert und inszeniert. Am besten gelöst hat diese Aufgabe nach Ansicht einer 13-köpfigen Jury das Büro "vogtpartner lichtgestaltende ingenieure".

Die Lichtgestalter aus Winterthur hatten im Mai für Aufsehen gesorgt, als sie einen Dampfzug als Hologramm in die Haupthalle projizierten. Geschäftsführer Christian Vogt wollte mit dieser Marketing-Aktion den historischen Bezug der Halle ins Bewusstsein der Reisenden rufen.

In die 1878 vom Architekten Jakob Friedrich Wanner gebauten Halle waren einst die Dampfzüge eingefahren, die Passagiere stiegen in ihr ein- und aus. Erst 1930 wurden die Quer- und Perronhalle gebaut und die Gleise nach aussen verlegt. Für die SBB sei die Projektion eines Dampfzuges kein Thema, betonte Sprecher Daniele Pallecchi, sie sei auch nicht Bestandteil des Wettbewerbs gewesen.

Historische Fassade betonen

Mit ihrem Lichtkonzept setzten die Winterthurer Lichtgestalter auch nicht auf Spektakel. Im Gegenteil: Das Projekt besteche durch Bescheidenheit und Schlichtheit, lobte Giovanni Menghini von der Fachstelle für Denkmalpflege bei SBB Infrastruktur.

"Ist das Konzept umgesetzt, wird man das Gefühl haben, dass sich nichts geändert hat", sagte Menghini. "Doch man wird schnell merken, dass die Lichtqualität enorm gesteigert wurde." Durch eine geschickte Lichtführung würden die Reisenden geradezu von der hektischen Quer- in die Begegnungszone der Haupthalle gesogen.

Die Lichtdesigner wollen die historischen Fassaden der Wannerhalle dezent anleuchten und hervorheben. Die halbrunden Fenster, die heute nachts dunkle Löcher sind, werden blau hinterleuchtet, so dass der Eindruck von Abendstimmung entsteht. Die alten Leuchter an den Wänden bleiben erhalten. Das war eine Auflage des Denkmalpflege.

700 Leuchten in der Perronhalle

Für die Querhalle sehen die Designer ebenfalls nachtblaue Fenster und ein ruhiges Licht vor, das auf eine optimale Lesbarkeit des Generalanzeigers in der Mitte der Halle abgestimmt ist. In der Perronhalle sind 700 Leuchten vorgesehen, die als Perlenketten inszeniert werden. Sie sollen dafür sorgen, dass sich Ankommende, Abreisende und Wartende auf den Perrons wohl fühlen.

In einem ersten Schritt werden ab Sommer 2017 die Leuchten in der Perronhalle modernisiert. Bis Ende 2019 folgen dann die Arbeiten in der Quer- und Haupthalle. Die Kosten von gesamthaft rund 6,4 Millionen Franken beinhalten auch eine intelligente Lichtsteuerung, die sich automatisch dem Tageslicht anpasst. Mit der LED-Technologie könnten bis zu 50 Prozent Energie gespart werden, hiess es an der Medienkonferenz.

sda-ats

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