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Der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck (links), Prinzessin Anne und der Lord Lieutenant von Orkney, Bill Spence, bei der Gedenkveranstaltung zur deutsch-britischen Skagerrak-Seeschlacht von 1916 in Kirkwall auf den Orkney-Inseln (links im Hintergrund: der britische Premier David Cameron).

KEYSTONE/EPA MOD/GUY POOL/ROYAL NAVY/MOD/HANDOUT

(sda-ats)

Zum 100. Jahrestag der Skagerrak-Schlacht haben Deutschland und Grossbritannien am Dienstag gemeinsam der tausenden Toten des grössten Seegefechts der Geschichte gedacht.

Der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck, der britische Premierminister David Cameron und die britische Prinzessin Anne nahmen zusammen mit Marinesoldaten und Angehörigen damaliger Seeleute an der zentralen Gedenkzeremonie auf den britischen Orkney-Inseln teil.

Am Ort des Geschehens in der Nordsee legten die deutschen Fregatten "Schleswig-Holstein" und "Brandenburg" sowie der britische Zerstörer "HMS Duncan" nach Angaben der deutschen Marine in einer gemeinsamen Gedenkaktion einen Kranz zu Ehren der Getöteten im Wasser nieder.

Am deutsche Marine-Ehrenmal in Laboe stellten deutsche und britische Vertreter, darunter der Herzog von Kent als Vertreter des britischen Krone, 850 Gedenkkreuze auf.

Aufforderung, in der EU zu bleiben

Bei der Gedenkfeier in Laboe erinnerte der Staatsminister im deutschen Auswärtigen Amt, Michael Roth, an die historischen Lehren aus den blutigen Ereignissen und rief Grossbritannien zum Verbleib in der EU auf. Die Briten entscheiden im Juni in einer Volksabstimmung, ob sie die Gemeinschaft verlassen wollen.

"Europa braucht Grossbritannien, Grossbritannien braucht aber auch die EU", sagte Roth. "Heute zielen wir nicht mehr mit Waffen aufeinander, sondern wir verhandeln in den Brüsseler Verhandlungsräumen über politische Kompromisse." Die EU sei "nicht perfekt", aber "das erfolgreichste Friedens- und Demokratieprojekt der Welt".

Während des Ersten Weltkriegs waren die deutsche und die britische Kriegsflotte am 31. Mai 1916 vor der dänischen Westküste nahe der Einfahrt zum Skagerrak nach jahrzehntelangem Wettrüsten zwischen beiden Ländern aufeinandergetroffen.

Kein Sieger der Schlacht

Sie lieferten sich stundenlange schwere Gefechte, bei denen 25 Schiffe zerstört und mehr als 8500 Soldaten getötet wurden. Keine Seite erreichte einen entscheidenden militärischen Vorteil.

Die Skagerrak-Schlacht war mit 250 teilnehmenden Schiffen die grösste Seeschlacht, die es je gab. Sie gehört ausserdem zu den bekanntesten und folgenreichsten Militäraktionen des vor allem durch den Stellungs- und Grabenkrieg in Frankreich geprägten Ersten Weltkriegs.

Gauck, Cameron und Prinzessin Anne besuchten in Kirkwall auf der Orkney-Insel Mainland einen feierlichen Gedenkgottesdienst. Die Gewässer rund um die Orkneys beherbergten im Ersten und Zweiten Weltkrieg den riesigen britischen Flottenstützpunkt von Scapa Flow.

Anne vertrat den eigentlich angekündigten Ehemann der britischen Königin Elizabeth II, Prinz Philipp. Dieser hatte den Termin auf Anraten seiner Ärzte kurzfristig abgesagt.

Die Skagerrak-Schlacht führte zu einem Strategiewechsel der deutschen Militärführung im Seekrieg hin zu U-Boot-Angriffen auf Versorgungsschiffe, was wiederum massgeblich den Kriegseintritt der USA auf Seiten Grossbritanniens und Frankreichs im darauffolgenden Jahr herbeiführte und die deutsche Niederlage 1918 besiegelte.

In Grossbritannien gilt die Schlacht daher als kriegsentscheidend. In anderen Ländern ist sie hingegen meist weniger präsent.

sda-ats

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