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Fluggesellschaften müssen mehr über die Herkunft ihrer Passagiere wissen, damit sie ihnen ein passenderes Essen über den Wolken servieren können. (Archivbild Boeing 777-300ER der Swiss)

KEYSTONE/NICK SOLAND

(sda-ats)

Der Chef des Lufthansa-Airline-Caterers LSG, Erdmann Rauer, sieht wieder eine steigende Bedeutung bei der Verpflegung an Bord von Flugzeugen. Allen voran hätten dies laut einem Interview in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" die Golfairlines erkannt.

Nach Emirates, Etihad und Qatar Airways aus der Nahost-Region servierten aber auch bereits chinesische Airlines und andere Fluggesellschaften wieder besseres Essen während des Fluges.

Zwar ist die Verpflegung an Bord laut Rauer für die Wahl einer Airline nicht entscheidend. Kunden wanderten allerdings zur Konkurrenz ab, falls der Service, zu dem auch das Essen zählt, insgesamt schlecht sei.

"Wichtig ist, dass man zumindest dann beim Catering aufrüstet, wenn man neue Flugzeuge einführt oder neue Sitze einbaut", sagte der LSG-Manager und Chef von rund 34'000 Mitarbeitern.

Zudem werde es in den kommenden Jahren selbstverständlich werden, sein Essen für einen Flug über eine App zu bestellen. In der Economy-Class dürfte es künftig ein Basis-Essen geben und alles andere - also etwa eine bessere Beilage oder eine gute Flasche Wein - würde von den Airlines gegen Aufpreis serviert.

Bodenständiges für die Elite

Aber auch für die Business-Class muss hochwertigeres Essen angeboten werden, um sie bei der Stange zu halten. Schliesslich sind die Top-Fluggäste meist weitgereist und erwarteten häufiger eine Abwechslung bei den Menüs. Allerdings sollten Fluggesellschaften darauf achten, dass solche Passagiere auch einmal etwas Bodenständiges wie etwa ein Schnitzel bekämen, weil diese sehr oft in Hotels in gehobenem Stil speisten.

Zudem weist der Manager der Lufthansa-Tochtergesellschaft, die jährlich rund 590 Millionen Mahlzeiten in rund 50 Ländern kocht, auf einen weiteren Trend hin. Die Fluggesellschaften müssen in Zukunft nämlich die Herkunft der Passagiere noch besser kennen, um zu wissen, welches Essen am besten für die jeweiligen Flüge passt. Dafür sei ein Ausbau der IT unerlässlich, sagte Rauer.

Personalabbau und Verlagerung

Für die Airline-Caterer, die derzeit die Übernahme von Gategroup durch die chinesische Firma HNA stark beschäftigt, ergeben sich durch diese Branchentrends aber zahlreiche Herausforderungen.

So müssten die Unternehmen an deutlich günstigeren Standorten und mit deutlich weniger Personal produzieren. Für die LSG heisst dies gemäss Rauer konkret, dass bis zum Jahr 2021 in Europa rund 2400 Stellen abgebaut werden. LSG will zudem das Essen für deutsche Flughäfen in Tschechien fertigen und dann nach Deutschland transportieren.

Und schliesslich soll der Bordverkauf neben klassischen Produkten wie Tabak oder Alkohol auch digitale Zeitschriften oder Filme umfassen, da diese bei den meisten Tarifen künftig nicht mehr im Preis inbegriffen sein werden.

sda-ats

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