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Ohne Goalgetter Guillaume Hoarau und mit einem 1:3-Handicap reisen die Young Boys zum Rückspiel der Champions-League-Playoffs zu Borussia Mönchengladbach. Mindestens drei Tore brauchen sie zur Wende.

In der Schlussphase des Spiels gegen Lausanne-Sport fragte ein YB-Fan auf der Tribüne des Stade de Suisse, ob das A-Team der Berner dieses Spiel wohl mit einer zweistelligen Anzahl Tore gewonnen hätte. 7:2 siegte YB am Ende - und die Young Boys spielten ohne Alexander Gerndt, Miralem Sulejmani, Sékou Sanogo und ab der 21. Minute auch ohne Guillaume Hoarau. Ganz unberechtigt war die Frage nicht einmal.

Die personelle Situation in der Offensive hat sich vor dem Rückspiel am Mittwoch (20.45 Uhr) gegen Borussia Mönchengladbach nur wenig verbessert. Sulejmani kann wieder mittun. Dafür erhielten die Young Boys kurz vor der Abreise nach Deutschland die Gewissheit, dass sie längere Zeit auf Topskorer Guillaume Hoarau verzichten müssen. Wie erwartet erlitt der Franzose gegen Lausanne im linken Oberschenkel eine Muskelverletzung. Die Berner rechnen mit einem Ausfall von rund acht Wochen.

Damit verpasst Hoarau nach Gladbach drei weitere Europacup-Spiele im September und Oktober, rund acht Partien in der Super League und ein bis zwei Cupspiele. Im Jahr 2016 schoss Hoarau in bisher 23 Pflichtspielen 21 Tore. Für die Berner bedeutet dies, dass ihnen in den kommenden zwei Monaten in rund 12 Partien in etwa jeweils ein Tor fehlt.

Und damit ist auch gesagt, dass die ohnehin sehr schwierige Ausgangslage für das Playoff-Rückspiel in Mönchengladbach noch ein paar Prozentpunkte näher an die Aussichtslosigkeit heran gerückt ist. Ohne Hoarau muss YB im Borussia-Park mindestens drei Treffer erzielen. Einen 1:3-Rückstand aus dem Hinspiel hat im Europacup noch nie ein Schweizer Team auswärts aufholen können.

Trotzdem und auch wenn kein Berner ernsthaft an eine Wende glaubt: Der Auftritt in Deutschland vor einem TV-Millionen-Publikum und vor rund 50'000 Zuschauern im Stadion wird zu einem grossen Spiel in der Vereinsgeschichte der Young Boys. "Wir wollen zumindest im Rückspiel ein positives Resultat erreichen. Es geht dabei auch um unseren UEFA-Klub-Koeffizienten", sagte YB-Sportchef Fredy Bickel.

Zur Umsetzung ihres Vorhabens können die Young Boys nicht damit rechnen, dass der Gegner sie unterschätzt und das Rückspiel auf die leichte Schulter nimmt. "Es ist das erste Heimspiel, wir werden eine volle Hütte und eine tolle Stimmung haben", sagte Gladbachs Trainer André Schubert.

Dass nach einem 1:3 im Heimspiel zumindest theoretisch die Wende auswärts möglich ist, wissen die Gladbacher aus eigener Erfahrung. Als sie vor vier Jahren mit diesem Handicap in den Champions-League-Playoffs bei Dynamo Kiew antraten, schnupperten sie an der Sensation. Der damals vom Schweizer Lucien Favre trainierte Bundesligist führte nach 78 Minuten 2:0; das dritte Tor fiel aber nicht mehr.

sda-ats

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