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Eine Egyptair-Maschine (Symbolbild)

KEYSTONE/AP/CHRISTOPHE ENA

(sda-ats)

Um angeblich gefundene Wrackteile der vermissten EgyptAir-Maschine herrscht grosse Verwirrung. Die ägyptische Fluggesellschaft korrigierte am Donnerstagabend ihre eigenen Angaben: Es seien doch noch keine Trümmerteile des Fluges MS804 gefunden worden.

Zuvor hatte die Airline mitgeteilt, es seien Wrackteile des vermissten Flugzeuges im Mittelmeer bei der griechischen Insel Karpathos geortet worden. EgyptAir hatte sich dabei offenbar auf Angaben des ägyptischen Aussenministeriums berufen.

Das Flugzeug mit 66 Menschen an Bord war auf dem Flug von Paris nach Kairo, als es in der Nacht auf Donnerstag vom Radar verschwand. An Bord waren ausser der Besatzung und Sicherheitsoffizieren 30 ägyptische Passagiere, 15 Franzosen sowie unter anderem Bürger aus Grossbritannien, Kanada und dem Irak. Schweizer zählten nicht zu den Passagieren.

Als Flug MS804 um 03.29 Uhr Ortszeit (02.29 Uhr MESZ) vom Radar der griechischen Behörden verschwand, hielt sich die Maschine nach Angaben der griechischen Behörde für Zivilluftfahrt bereits im ägyptischen Luftraum auf. Kurz vor dem Absturz vollzog der Airbus vom Typ A320 nach Angaben der griechischen Regierung in kurzer Folge zwei heftige Drehungen.

Spekulationen um Anschlag

Die ägyptische Regierung hält einen Anschlag für die wahrscheinlichste Ursache. Er wolle nicht spekulieren, doch sei bei einer genauen Analyse des Vorfalls die Wahrscheinlichkeit eines "Terrorangriffs" höher als die eines technischen Versagens, sagte Luftfahrtminister Scherif Fathi am Donnerstag in Kairo.

Der französische Präsident François Hollande sagte, "keine Hypothese" werde ausgeschlossen. Hollande und sein ägyptischer Amtskollege Abdel Fattah al-Sisi vereinbarten eine "enge Zusammenarbeit" bei der Aufklärung.

EgyptAir erklärte, die Absturzursache sei noch unklar. Sowohl in Ägypten als auch in Frankreich nahmen die Staatsanwaltschaften Ermittlungen auf.

Experten vermuteten einen plötzlichen Zwischenfall an Bord. "Ein technisches Problem wie ein Brand oder eine Motorenpanne führt normalerweise nicht sofort zu einem Unfall", sagte der Luftfahrtexperte Jean-Paul Troadec.

In solchen Fällen hätte die Besatzung Zeit gehabt, zu reagieren und Alarm zu schlagen. Weil das nicht geschah, könne auch "an ein Attentat gedacht" werden. Sowohl auf Frankreich als auch auf Ägypten verübte die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im vergangenen Jahr schwere Anschläge.

sda-ats

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