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Nach Barcelona scheitert mit Bayern München der zweite Favorit in der Champions League an Atletico Madrid. Bayern gewinnt das Halbfinal-Rückspiel 2:1, scheidet aber wegen der Auswärtstorregel aus.

Spanische Landsleute haben den grossen Triumph von Guardiola als Trainer von Bayern München verhindert. Wie schon 2014 (Real Madrid) und 2015 (Barcelona) beendete eine Mannschaft aus der Primera Division die Champions-League-Saison von Bayern München. Für den im Sommer zu Manchester City wechselnden Guardiola dürfte aber das Ausscheiden gegen Atletico besonders schmerzhaft sein, weil sein Team im Rückspiel vieles richtig machte.

Gut 50 Minuten lang hatte Bayern München vor eigenem Anhang die Partie scheinbar mühelos im Griff. Besonders in der ersten Halbzeit dominierte der deutsche Meister nach Belieben und führte zur Pause mit 1:0 zu knapp. Ein Freistoss von Xabi Alonso brachte in der 31. Minute die Führung, und nur drei Minuten später hätte Thomas Müller auf 2:0 zu erhöhen müssen. Er scheiterte mit seinem Penalty an Atleticos Goalie Jan Oblak. Einer der seltenen Angriffe von Atletico brachte dann in der 54. Minute das entscheidende 1:1: Antoine Griezmann konnte nach Zuspiel von Fernando Torres alleine auf Bayerns Keeper Manuel Neuer zulaufen und nutzte die Chance zu seinem 31. Saisontreffer.

Bayern München hätte nun zwei Treffer benötigt, um zum vierten Mal seit 2010 in den Champions-League-Final vorzustossen. Einer gelang: in der 74. Minute durch Robert Lewandowski. Die beste Chance zum 3:1 hatte David Alaba in der 88. Minute. Doch zum wiederholten Mal an diesem Abend hatte Oblak das letzte Wort. Sein Gegenüber Manuel Neuer hatte nur wenig zu halten, immerhin sorgte er mit dem parierten Penalty gegen Fernando Torres in der 84. Minute dafür, dass die Spannung bis zuletzt erhalten blieb. Es half aber alles nichts: Atletico Madrid wird am 28. Mai in Mailand um den Champions-League-Titel spielen.

Die Penaltyschwäche von Thomas Müller

Nach dem Hinspiel hatte Guardiola Kritik einstecken müssen, weil er in der Startformation auf Thomas Müller verzichtet hatte. Diesmal setzte der Spanier von Beginn weg auf seinen Goalgetter und auch auf Innenverteidiger Jérôme Boateng, der am Wochenende in der Bundesliga nach langer Verletzungspause ein 68-minütiges Comeback gegeben hatte. Beide waren an zwei entscheidenden Szenen unglücklich beteiligt. Müller verschoss den Penalty, und Boateng leistete sich vor dem 1:1 eine Unachtsamkeit.

Es hätten zwei Randnotizen bleiben können, wenn Bayern München aus seiner Überlegenheit mehr gemacht hätte. Die Deutschen agierten variabler als noch im Hinspiel. Sie versuchten es mit Weitschüssen, Flanken, Kurzpass-Kombinationen und weiten Zuspielen aus dem Mittelfeld. Oft standen fünf, sechs Bayern-Spieler im Strafraum von Atletico. Und ging der Ball mal verloren, sorgte der Bundesliga-Leader mit seinem Pressing dafür, dass die Gäste damit nicht viel anfangen konnten.

Oblak war viel öfter im Blickpunkt, als das Atleticos Trainer Diego Simeone gefallen konnte. Das 1:0 war eine Frage der Zeit. Es fiel aus Sicht der Spanier unglücklich, weil der Freistoss von Xabi Alonso von Verteidiger José Gimenez noch unhaltbar abgefälscht wurde. Nur drei Minuten später foulte der Uruguayer nach einem Eckball Javi Martinez. Wieder war aber Oblak, der 23-jährige Slowene, auf dem Posten und stoppte den schwach geschossenen Penalty von Müller und auch den Nachschuss von Xabi Alonso.

Die Penaltyschwäche von Müller - er hat drei der letzten fünf Elfmeter verschossen - bremste den Elan der Bayern zumindest zwischenzeitlich. Atletico kam auch durch die Einwechslung des trickreichen Belgiers Yannick Carrasco offensiv besser zur Geltung. Und das der Zweite der spanischen Meisterschaft nicht viele Möglichkeiten benötigt, um seine Treffer zu erzielen, war Müller und Co. schon aus dem Hinspiel bekannt.

Telegramm:

Bayern München - Atletico Madrid 2:1 (1:0)

70'000 Zuschauer. - SR Cakir (TUR). - Tor: 30. Xabi Alonso 1:0. 54. Griezmann 1:1. 74. Lewandowski 2:1.

Bayern München: Neuer; Lahm, Boateng, Javi Martinez, Alaba; Xabi Alonso; Douglas Costa (73. Coman), Müller, Vidal, Ribéry; Lewandowski.

Atletico Madrid: Oblak; Juanfran, Godin, Gimenez, Filipe Luis; Saul Niguez, Gabi, Fernandez (46. Carrasco), Koke (93. Savic); Fernando Torres, Griezmann (82. Partey).

Bemerkungen: Bayern München ohne Badstuber und Robben (beide verletzt). Atletico Madrid ohne Tiago (verletzt). 34. Oblak hält Penalty von Müller. 84. Neuer hält Penalty von Fernando Torres. Verwarnungen: 33. Gimenez. 84. Javi Martinez (beide Foul).

sda-ats

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