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Lässt den Zürchern die Türe einen Spalt breit für ein eigenes Bistum offen: der Churer Bischof Vitus Huonder. (Archivbild)

KEYSTONE/ARNO BALZARINI

(sda-ats)

Das Projekt eines Bistums Zürich bleibt in Diskussion, ein Bistum Urschweiz ist vom Tisch, und es gibt keine "Los-von-Chur"-Bewegung: Dies ergab die Umfrage des Churer Bischofs bei über 900 Personen. Rund die Hälfte der Angeschriebenen äusserte sich.

Das seit Jahrzehnten diskutierte Projekt eines Bistums Zürich war vor vier Jahren von der Römisch-katholischen Körperschaft des Kantons Zürich wieder angeschoben worden. Neue Erkenntnisse dazu liefern die Resultate der im März vom Churer Bischof Vitus Huonder gestarteten Umfrage bei über 900 Personen, darunter Priestern, Diakonen, Ordensleuten und Kirchgemeindepräsidenten.

Pro und kontra Bistum Zürich

Als Hauptargumente für die Schaffung eines Bistums Zürich führten die Antwortenden in der Umfrage an, dass der kulturellen Vielfalt besser Rechnung getragen werden könne und die Region als Zentrum und Metropole geschätzt würde.

Gegen die Schaffung eines Bistums Zürich sprechen aus Sicht der Befragten vor allem Bedenken hinsichtlich einer Schlechterstellung der anderen Regionen in finanzieller und personeller Hinsicht sowie die Unsicherheit über ein mögliches Bischofswahlrecht.

Als Hauptargumente für die Schaffung eines Bistums Urschweiz wurden die gemeinsame Kultur und Mentalität der Region genannt. Aber auch mit der Distanz zu Chur und der Übersichtlichkeit eines kleineren Bistums wurde argumentiert.

Gegen die Schaffung eines Bistums Urschweiz sprechen aus Sicht der Befragten vor allem erwartete Schwierigkeiten in finanzieller Hinsicht. Ein Viertel der Befragten führte explizit auf, dass es keine Argumente für eine Gründung neuer Bistümer gäbe.

Bischof Huonder publizierte am Freitag zudem seine Interpretation der Umfrage in Form eines fünfseitigen Briefs an die diözesanen Mitarbeiter. Der Oberhirte betont, dass es um eine inhaltliche Auseinandersetzung gegangen sei und nicht um Mehrheitsverhältnisse zum Projekt Bistum Zürich.

Ball bei den Zürchern

Huonder betont, für ihn habe die Umfrage, deren Rücklaufquote bei rund 50 Prozent lag, ein repräsentatives und mehrdeutiges Stimmungsbild geliefert. Einen Vertrauensbeweis sieht der Bischof darin, dass es keine "Los-von-Chur"-Bewegung gibt, wie er schreibt.

Beim eigentlichen Projekt eines Bistums Zürich divergieren die Meinungen, und der Bischof will es nicht verfrüht beerdigen. Huonder bat den regionalen Generalvikar für Zürich und Glarus, Josef Annen, im Gespräch mit der Römisch-katholischen Körperschaft des Kantons Zürich zu klären, ob eine Kommission gebildet werden soll, welche das Projekt eines Bistums Zürich weiter prüft.

Die Zürcher Kantonsregierung hatte in der Befragung geantwortet, sie habe keine Einwände gegen ein Bistum Zürich. Nichts wissen will der Bischof von einer Änderung des Bistumnamens mit einer Nennung Zürichs, ebenso wenig von einer Verlegung des Bischofssitzes. Das lehne er ab, so Huonder.

Bistum Urschweiz keine Diskussion mehr

Aus Abschied und Traktanden gefallen ist ein Bistum Urschweiz. Das Thema "scheinen wir definitiv zu den Akten legen zu können" schreibt Bischof Huonder.

Und weiter unterstreicht der Diözesanbischof, auch die nicht selten vorgebrachte Anregung einer gesamtschweizerischen Lösung für eine neue Bistumseinteilung sei wenig zielführend. Bei der Umfrage seien Stimmen aus dem Bistum Basel laut geworden, die es als unwahrscheinlich erscheinen liessen, dass es hier Spielraum gebe.

sda-ats

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