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Rifaat al-Assad werden unter anderem Veruntreuung öffentlicher Gelder und Geldwäsche zur Last gelegt. (Archivbild)

Keystone/AP/SANTIAGO LYON

(sda-ats)

Gegen einen Onkel des syrischen Machthabers Baschar al-Assad ist in Frankreich ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden. Sein dort angesammelter Immobilienbesitz soll auf Veruntreuung und Korruption basieren.

Dem seit den 80er Jahren im Exil lebenden Rifaat al-Assad werden unter anderem Veruntreuung öffentlicher Gelder und Geldwäsche zur Last gelegt, wie die Nachrichtenagentur AFP am Dienstag aus französischen Ermittlerkreisen erfuhr.

Ein Schloss im Nordwesten von Paris, mehrere Stadtpalais an besonders hochpreisigen Adressen in der französischen Hauptstadt und Büros in Lyon - Ermittler des französischen Zolls schätzten den Immobilienbesitz des heute 78-Jährigen 2014 auf rund 90 Millionen Euro. Die Gebäude soll er zwischen 1984, dem Jahr seiner Ankunft in Frankreich, und 1988 gekauft haben.

Die französische Anti-Korruptions-Organisation Sherpa wirft dem früheren syrischen Vizepräsidenten vor, durch Veruntreuung öffentlicher syrischer Gelder und Korruption zu diesem Reichtum gekommen zu sein.

Nach Putschversuch ins Exil gedrängt

Rifaat ist der jüngere Bruder von Baschar al-Assads Vater Hafis, der von 1970 bis 2000 an der Macht war. Lange Zeit war er eine der Stützen der syrischen Führung und galt als potenzieller Nachfolger seines Bruders. Bei der blutigen Niederschlagung eines Aufstands der islamistischen Muslimbrüder in Hama 1982 mit tausenden Toten soll er eine zentrale Rolle gespielt haben.

1983 zettelte Rifaat al-Assad einen Putsch gegen seinen Bruder an, fiel in Ungnade und wurde ins Exil gedrängt. Er hält sich häufig in Frankreich, Grossbritannien und Spanien auf.

Bereits im vergangenen Jahr wurde Rifaat al-Assad von französischen Ermittlern zur Herkunft seines Vermögens befragt. Er beteuerte, das Geld stamme vom saudischen Königshaus - konnte die Ermittler davon aber nicht überzeugen.

sda-ats

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