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Mit mehreren Helikoptern suchten die Einsatzkräfte am Mittwochmorgen im Sustengebiet nach dem abgestürzten F/A-18-Piloten - dieser konnte schliesslich nur noch tot geborgen werden.

KEYSTONE/PHILIPP SCHMIDLI

(sda-ats)

Beim Absturz eines F/A-18-Kampfjets im Sustengebiet ist der Pilot ums Leben gekommen. Der Berufsmilitärpilot wurde am Mittwochmorgen an der Absturzstelle "zweifelsfrei identifiziert", wie das Verteidigungsdepartement (VBS) mitteilte.

Beim Opfer handelt es sich um einen 27-jährigen Piloten der Schweizer Luftwaffe, wie das VBS weiter schreibt. Weitere Angaben zum Piloten machte das VBS aus Rücksicht auf die Angehörigen nicht.

Die Familienangehörigen seien informiert und würden durch ein Care-Team der Armee betreut. Die Armeeführung drücke den Angehörigen ihr "tief empfundenes Beileid aus". Auch Verteidigungsminister Guy Parmelin zeigte sich am Rande der externen Bundesratssitzung in Glarus betroffen über den Tod des Piloten. Er hoffe sehr, dass die Familie die Kraft aufbringe, dieses Drama zu verarbeiten.

Schwierige Suche

Die Absturzstelle liegt auf über 3000 Metern über Meer in einem Bergkessel mit Schnee- und Gletscherflächen und steilen Felswänden. Die Suche nach dem Piloten gestaltete sich entsprechend schwierig. Gebirgsspezialisten der Armee sowie mehrere Helikopter der Luftwaffe, der Kantonspolizei Zürich sowie der Rega standen im Einsatz.

In den kommenden Tagen sollen die Wrackteile aus dem hochalpinen Gelände geborgen werden. Die Absturzstelle bleibt bis zum Abschluss der Arbeiten für Berggänger gesperrt. Zudem gilt eine Flugverbotszone direkt über dem Gebiet.

Untersuchung von mehreren Monaten

Von Interesse sind die aufgefundenen Flugzeugteile vor allem für die Militärjustiz, welche die Unfalluntersuchung leitet. Diese können unter Umständen Aufschluss über die Absturzursache geben.

Weitere wichtige Hinweise erhoffen sich die Ermittler von der Blackbox. Ob und in welchem Zustand diese gefunden werden kann, ist derzeit noch offen. "Die Bergung der Flugzeugüberreste gestaltet sich aufgrund der Situation vor Ort sehr schwierig", sagte Tobias Kühne, Sprecher der Militärjustiz, auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

Kühne rechnet damit, dass die Untersuchungen mehrere Monate dauern können. "Derzeit laufen die Ermittlungen in alle Richtungen."

Training wieder aufgenommen

Der Trainingsbetrieb ab dem Militärflugplatz Meiringen wurde gemäss VBS bereits ab Mittwochmittag wieder aufgenommen. Ein Care-Team stehe zur Betreuung der Piloten sowie der Bergretter zur Verfügung.

Der Unfall ereignete sich am Montagnachmittag. Der einsitzige Kampfjet war um 16 Uhr vom Militärflugplatz Meiringen zu einem Trainingsflug gestartet. Kurz nach dem Start brach der Funkkontakt zur Zentrale ab. Am Dienstag um die Mittagszeit konnte das Flugzeugwrack im Gebiet Hinter-Tierberg lokalisiert werden.

"Nichts beschleunigen"

Der aktuelle Absturz ist bereits der vierte schwere Zwischenfall mit einem F/A-18-Kampfjet der Schweizer Armee. Von den 1997 insgesamt 34 in Betrieb genommenen Flugzeugen stehen somit nur noch deren 30 zur Verfügung. Ihren Auftrag könne die Luftwaffe aber weiterhin ausführen, sagte Verteidigungsminister Guy Parmelin am Mittwoch in Glarus.

Die Beschaffung neuer Kampfjets werde nach dem jüngsten Unfall nicht schneller vorangetrieben. "Wir werden nichts beschleunigen", betonte Parmelin. Das Volk hatte 2014 den Kauf von Gripen-Kampfflugzeugen abgelehnt. Im Februar startete Parmelin einen neuen Anlauf zur Kampfjet-Beschaffung.

sda-ats

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