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Der FC Zürich spielt in Sitten 2:2 und verhindert den Abstieg vorerst. Doch er geht als Tabellenletzter in die letzte Runde am kommenden Mittwoch. Weil er zweimal eine Führung verspielt.

Der Zürcher Trainer Uli Forte turnte an der Linie herum. Am liebsten wäre er selbst auf den Platz gerannt, um seinem Team im verzweifelten Kampf gegen den Absturz zu helfen. 2:2 stand es im Sittener Tourbillon und die Zürcher wehrten sich mit allen Mitteln gegen ein drittes Gegentor und die sechste Niederlage in Serie.

Angriff um Angriff lancierten die Walliser. Moussa Konaté verstolperte wenige Meter vor der Linie, Theofanis Gekas schoss einen Meter zu hoch, ein Freistoss von Konaté flog in der Nachspielzeit knapp über das Tor. Und als Alain Nef in der 95. Minute die Gelb-Rote Karte sah wegen Ball Wegschlagens, verzweifelte Forte fast. Es war sein Glück und das Glück der Zürcher, dass das Spiel danach fertig war. Denn lange wäre es wohl nicht mehr gut gegangen für den FCZ.

So aber konnten sich die Zürcher immerhin über den einen Punkt freuen. Es war der Punkt, der sie in eine letzte Hoffnungsrunde rettete. Weil Lugano in Vaduz auch nicht gewann (0:0), kann der FCZ am Mittwoch im Heimspiel gegen die nun geretteten Vaduzer selbst den Klassenerhalt auch noch schaffen. Er muss aber ein besseres Resultat erzielen als Lugano im gleichzeitig angesetzten Heimspiel gegen St. Gallen. Noch ist für den FCZ nichts verloren, aber besser ist die Ausgangslage auch nicht geworden.

Dabei hatten die Zürcher nach fünf Niederlagen und 17 Gegentoren im Wallis erstmals ein Art Lebenszeichen gezeigt. Sechs Tage nach dem 0:3 in St. Gallen stellte Forte in seinem zweiten Spiel mit dem FCZ im Team nahezu alles um. Mit Alain Nef, Vinicius, Oliver Buff, Frank Etoundi und Burim Kukeli brachte er fünf neue Spieler, das System wechselte er auf eine Dreierabwehr.

Die Zürcher fanden gut ins Spiel, sie kontrollierten den FC Sion rund 25 Minuten lang ohne Probleme und führten auch verdient 1:0. Oliver Buff gelangte nach einem weiten Einwurf von Philippe Koch an den Ball und traf mit dem Aussenrist (16.). Doch auch unter Forte fehlt dem FCZ die Ruhe und das Selbstvertrauen, über eine längere Phase dominant zu bleiben. Ein erster defensiver Fehler und eine erste Sittener Chance genügten, um das Ensemble in Angst und Schrecken zu versetzen. Innerhalb von zwei Minuten kam der Senegalese Moussa Konaté dreimal zum Abschluss; beim dritten reüssierte er und lenkte die Flanke von Vincent Rüfli ins Tor (29.).

Das Drehbuch der ersten Halbzeit wiederholte sich nach der Pause weitgehend. Wieder begann der FCZ besser, wieder ging er in Führung, nachdem der eingewechselte Kevin Bua geflankt und der Russe Alexander Kerschakow eingeköpft hatte (57.). Der FCZ war in der Spur, er verliess vorübergehend den letzten Platz - und verspielte die Vorteile im Spiel und im Abstiegskampf trotzdem umgehend wieder. Nach einem Freistoss von Martin Zeman verlängert Reto Ziegler den Ball mit dem Kopf zum 2:2 ins Tor. Immerhin hat der FCZ erstmals seit Mitte April nicht verloren. Ob dieses 2:2 gut ist oder schlecht, weiss man allerdings erst am kommenden Mittwoch.

Sion - Zürich 2:2 (1:1)

11'400 Zuschauer. - SR Schärer. - Tore: 16. Buff (Etoundi) 0:1. 29. Konaté (Rüfli) 1:1. 57. Kerschakow (Bua) 1:2. 71. Ziegler (Zeman) 2:2.

Sion: Mitrjuschkin; Zverotic, Lacroix (73. Ndoye), Ziegler, Rüfli; Fernandes (64. Gekas), Salatic; Assifuah, Bia (56. Sierro), Zeman; Konaté.

Zürich: Favre; Nef, Kecojevic, Kukeli; Philippe Koch, Yapi, Sarr, Vinicius (88. Cabral); Buff (56. Bua); Etoundi (65. Grgic), Kerschakow.

Bemerkungen: Sion ohne Carlitos (gesperrt) sowie Pa Modou, Voser, Kouassi, Follonier, Adão, Cmelik, Mboyo, Vanczak und Cichero (alle verletzt), Zürich ohne Sanchez (gesperrt) sowie Brecher, Alesevic, Kleiber, Brunner und Schönbächler (alle verletzt). 94. Gelb-Rote Karte gegen Nef wegen einer Unsportlichkeit. Verwarnungen: 10. Nef (Foul). 21. Fernandes (Foul). 24. Kukeli (Foul). 75. Assifuah (Reklamieren). 79. Sierro (Foul). 90. Kecojevic (Foul).

sda-ats

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