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Die Finanzmarktaufsicht FINMA ist nach den Enthüllungen rund um Briefkastenfirmen in Panama bei mehreren Schweizer Banken vorstellig geworden. Falls Regeln verletzt worden sind, will die Aufsichtsbehörde laut ihrem Präsidenten Thomas Bauer "konsequent handeln".

Wie viele und welche Banken betroffen sind, will Bauer im Interview mit der "NZZ am Sonntag" nicht präzisieren. Generell fordere die FINMA bei Hinweisen auf Fehlverhalten ein Institut auf, den Sachstand und eine Einschätzung zu melden, sagte er. "Dann klären wir ab, ob es angezeigt ist, allenfalls ein Verfahren zu eröffnen."

Die FINMA wolle wissen, welche Banken mit der betroffenen Kanzlei in Panama zusammengearbeitet und allenfalls Schweizer Gesetze verletzt haben. "Wenn das der Fall sein sollte, werden wir konsequent handeln." Dass die Schweiz von der Affäre um die sogenannten Panama Papers auch betroffen ist, hält Bauer angesichts der wichtigen Rolle des Finanzplatzes in der Vermögensverwaltung für logisch.

Überall vergleichbare Standards

Darauf angesprochen, dass einige Schweizer Banken nach der Verschärfung der inländischen Regeln offenbar vermehrt auf Steueroasen ausweichen, sagte Bauer: "Das Ziel müsste sein, dass am Ende in allen Ländern vergleichbare Standards gelten." Heute sei die Schweiz in der Vorhut. Doch zur Durchsetzung vergleichbarer Regeln sei die Hilfe internationaler Organisationen nötig.

Bauer, der seit Anfang Jahr FINMA-Präsident ist, räumte weiter ein, dass nicht alle Banken die Vorschriften gegen bei Geldwäscherei gleich gut einhalten. "Bei manchen Banken ist die Botschaft noch nicht angekommen, dass es sich bei Geldwäscherei nicht um ein Kavaliersdelikt handelt." Sie schadeten damit dem ganzen Finanzplatz.

FINMA-Direktor Mark Branson hatte die Schweizer Banken in der vergangenen Woche ebenfalls zu mehr Einsatz gegen Geldwäscherei aufgefordert. Er geht indes davon aus, dass wegen der sogenannten Panama Papers in nächster Zeit mehr Meldungen zu Geldern aus verdächtigen Quellen eingehen könnten.

Aufsicht der Anwälte sicherstellen

Verfahren wegen der Panama Papers hat bereits die Genfer Staatsanwaltschaft am Mittwoch aufgenommen. Details nannte Generalstaatsanwalt Olivier Jornod bei der Ankündigung jedoch nicht.

Die Bundesanwaltschaft hatte ihrerseits am Mittwoch eine Hausdurchsuchung beim europäischen Fussballverband UEFA in Nyon VD durchgeführt. In einem Interview mit der "SonntagsZeitung" sagte Bundesanwalt Michael Lauber, die Behörde habe schon vor den Enthüllungen Informationen zu TV-Verträgen der UEFA gehabt. "Was wir dann aus den Panama-Papieren erfahren haben, reichte, um zu sagen: So, jetzt haben wir genug, um bei der UEFA Dokumente zu holen."

Ins Gebet nahm Lauber zudem die Anwälte. Sie würden immer wichtiger im internationalen Geschäftsverkehr. Deshalb müsse auch die Aufsicht über sie, die sie in der Schweiz selbst organisieren, funktionieren, sagte er. Sie müssten Hinweisen auf eine lasche Aufsicht nachgehen. Wenn sie nicht selber für hohe Qualität und gute Kontrollen sorgten, könnte dies zu einer staatlichen Aufsicht und härteren Regeln führen.

sda-ats

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