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Der Schweizer Handball-Verband (SHV) hat ein Nationalteam-Projekt angeschoben, das Potenzial beinhaltet. In den Tests gegen Weissrussland wollen die SHV-Talente ihre Fortschritte bekräftigen.

Die Aussendarstellung der Handball-Nationalmannschaft hat sich in den letzten neun Monaten grundlegend verändert. Trainer Michael Suter formierte die im internationalen Ranking abgestürzten Schweizer nicht nur neu, er löste innert Kürze eine beeindruckend positive Dynamik aus, die so gar nicht ins Bild einer Verbandsauswahl passt, die seit der Endrunde im eigenen Land fünf EM-Turniere in Folge verpasst hat und letztmals 1995 an einer WM startberechtigt war.

Suters Strategie ist alternativlos: Er senkte den Altersschnitt konsequent auf unter 25 Jahre und gruppierte um zwei, drei starke Routiniers ein schlagkräftiges Kollektiv, das bereit ist, sich zu 100 Prozent auf den Spitzensport einzulassen. Für die ehrgeizigen Talente aus der im oberen europäischen Tableau etablierte Nachwuchsbewegung steht nicht (mehr) die Begrenzung des Schadens im Vordergrund, sie wollen der sportlichen Anonymität so rasch wie möglich entfliehen und den Verlierermodus abstreifen.

Sie haben nicht nur mehr physische Grösse anzubieten, sie denken auch in ganz anderen Grössenordnungen. Die Ansagen und hohen Ziele der aufstrebenden Generation kommen nicht von ungefähr. Neben ihrem ausgeprägten Selbstvertrauen bringen die neuen Hoffnungsträger ein respektables Mass an Qualität auf das Parkett. In der EM-Qualifikation verloren sie zwar gegen den Europameister Deutschland (22:23) und den WM-Dritten Slowenien (27:32) die ersten beiden Spiele, aber nur zwei Halbzeiten. Dagur Sigurdsson, bis vor Kurzem der Headcoach beim EM-Titelträger, prophezeit der SHV-Equipe "eine grosse Zukunft".

Hoffnungsträger Maros

Einer jener, die für Drive und Perspektive stehen, ist Luka Maros. Der 1,96 m lange und über 100 kg schwere Double-Gewinner von den Kadetten Schaffhausen hat zwei mehrheitlich gute Jahre hinter sich. Die Schubkraft des robusten Zürchers aus der früheren GC-Amicitia-Schule ist auch ausserhalb der Schweiz bekannt; in der internationalen Szene gilt der 22-Jährige als einer der begehrtesten Shooter seines Jahrgangs.

Für die Schweizer U21 und U19 produzierte er 481 Treffer. In der Champions League gehört er in der Skorerliste zu den Top 20, ein paar Plätze vor dem vierfachen Weltmeister Nikola Karabatic. Entsprechend steht er im Fokus deutscher Grossklubs. "Es gibt Gespräche", bestätigt Maros gegenüber der Nachrichtenagentur sda. "Aber noch liegt keine unterschriftsreife Offerte vor." Der nächste Schritt ist nur noch eine Frage des Zeitpunkts - spätestens 2018 dürfte er bereit sein.

Der risikofreudige Aufbauer ordnet dem Sport alles unter. "Warum auch nicht? Ich spürte bei den Siegen gegen Juniorenteams grosser Nationen, was möglich sein könnte." Er geht mit klaren Vorstellungen voran: "Hungrig, frech, unbekümmert, ich gebe immer alles. Egal, wer auf der anderen Seite steht."

Suter schätzt Maros' Mentalität. In Schaffhausen will der Selektionär heute (18.00 Uhr) und am Sonntag (15.00 Uhr) die taktischen Leitplanken stärken. Für ihn spielen die Testvergleiche mit dem WM-Elften Weissrussland, derzeit zu 65 Prozent eine Minsker Stadt-Auswahl, im Hinblick auf den zweiten Teil der EM-Ausscheidung eine zentrale Rolle: "Ob wir in den Partien gegen Portugal eine gute Leistung abliefern, ist nicht vom Zufall abhängig, sondern eine Frage der Planung."

Schmid ist Gold wert

Nicht optimal verlief die Vorbereitung in personeller Hinsicht. Die Rhein-Neckar Löwen haben deutlich signalisiert, Andy Schmid so rasch wie möglich aus dem Nationalteam-Camp abzuziehen. Der deutsche Meister trifft drei Tage nach dem zweiten Test der Schweizer gegen die Weissrussen im Champions-League-Achtelfinal auf den THW Kiel. Nach einer intensiven Gesprächsrunde rang der SHV den Löwen den Kompromiss ab, Schmid (ausserhalb des offiziellen Nationalmannschafts-Kalenders) nach dem Spiel am Samstag sofort freizugeben.

Wenige Tage vor der Testspiel-Doublette verletzte sich das Thuner Versprechen Lenny Rubin erneut am Knie. Aber mit dem Topskorer der letzten U20-EM - Rubin Jr. erreichte einen Schnitt von über zehn Treffern - ist mittelfristig wieder zu rechnen. Auch für ihn interessieren sich mehrere renommierte Vereine aus Deutschland.

Er habe sich telefonisch schon mehrfach mit Andy Schmid ausgetauscht, so Rubin. "Für uns Junge ist er Gold wert." Der Angreifer von Wacker Thun weiss, dass auch andere Schweizer Ex-Junioren eine ähnliche Karriereplanung wie der Captain der Rhein-Neckar Löwen anstreben: "Wir haben viele Freaks dabei, die auf eine Karte setzen. Alle arbeiten unglaublich hart daran, irgendwann mit der Weltklasse mithalten zu können."

SDA-ATS