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Grosse Namen wie Cristiano Ronaldo, Zlatan Ibrahimovic oder Gareth Bale sind den Zuschauern längst geläufig. An der EM in Frankreich könnten aber auch andere Spieler für Schlagzeilen sorgen.

Die Sportredaktion der Nachrichtenagentur sda stellt fünf Spieler vor, die es an der EM-Endrunde in Frankreich zu beachten gilt:

Andrej Jarmolenko, 26, Ukraine, Dynamo Kiew

Optimisten behaupten, dass die Ukraine in Frankreich über die stärkste Mannschaft ihrer 25-jährigen Verbandsgeschichte verfügt. Ein Grund für die Euphorie im krisengeschüttelten Co-Gastgeberland der EM 2012 ist Andrej Jarmolenko, der rechte Flügel von Dynamo Kiew, der in der Nationalmannschaft zusammen mit Jewgeni Konopljanka eine starke Flügelzange bildet. Seit Jahren wird der geniale Linksfuss, der in St. Petersburg geboren ist, im selben Atemzug mit Oleg Blochin und Andrej Schewtschenko, den berühmtesten ukrainischen Fussballern der Vergangenheit, genannt.

Mit sechs Toren trug Jarmolenko in der Qualifikation wesentlich dazu bei, dass sich die Ukraine überhaupt für Frankreich qualifizierte - erstmals im sechsten Anlauf via Playoffs. Den ganz grossen Durchbruch hat Jarmolenko aber noch nicht geschafft, auch weil Dynamo Kiew bislang kein Interesse zeigte, den Flügelstürmer in eine der Top-Ligen abzugeben. Diverse Klubs aus der englischen Premier League sowie Borussia Dortmund haben in der Vergangenheit ihr konkretes Interesse an Jarmolenko, der noch einen Vertrag bis 2020 besitzt, bekundet, nach der EM soll der Wechsel in den Westen nun endlich erfolgen.

Emil Forsberg, 24, Schweden, RB Leipzig

Spricht man über die schwedische Nationalmannschaft, fällt nur ein Name: Zlatan Ibrahimovic. Doch im Schatten des Superstars entwickelte sich Emil Forsberg zu einer Stütze bei den Skandinaviern, die sich erst in den Playoffs gegen Dänemark - auch dank eines Treffers von Forsberg - für das Turnier in Frankreich qualifizierten. Noch grösseren Anteil hatte Forsberg am Aufstieg von RB Leipzig in die deutsche Bundesliga. Nach anfänglichen Schwierigkeiten und erst, nachdem ihn Ralf Rangnick vom Zentrum auf den linken Flügel beorderte, blühte der Schwede auf und verzeichnete acht Tore und sieben Assists auf dem Weg zum Aufstieg.

Aufgewachsen ist Forsberg in Sundsvall an der schwedischen Küste in einer Fussballer-Familie. Bereits sein Grossvater und sein Vater hatten in der schwedischen Liga gespielt. 2013 wechselte er nach Malmö, wo er zwei Meistertitel gewann und sich für die Champions League qualifizierte, ehe es ihn im Januar 2015 nach Leipzig zog. Auch privat steht für Forsberg in diesem Sommer ein Höhepunkt vor der Tür. Am 16. Juli heiratet er seine Schulfreundin Shanga. Den Termin wählte Forsberg absichtlich so spät, schliesslich geht am 10. Juli der EM-Final im Stade de France über die Bühne.

Renato Sanches, 18, Portugal, Benfica Lissabon/Bayern München

35 Millionen Euro bezahlte Bayern München vor wenigen Wochen Benfica Lissabon und sicherte sich damit die Dienste des Teenagers bis 2021. Noch hat der Mittelfeldspieler, der in Lissabon geboren ist und Wurzeln auf den Kapverdischen Inseln hat, noch nicht einmal eine komplette Saison bei den Profis gespielt, schon gilt er als grösstes Wunderkind Portugals seit Cristiano Ronaldo.

In Frankreich löst der Mittelfeldspieler den Superstar von Real Madrid als jüngsten Portugiesen ab, der jemals für ein grosses Turnier nominiert wurde. Bei Benfica hat Sanches im Oktober in der ersten Mannschaft debütiert und sich auf Anhieb einen Stammplatz erkämpft. Im März lief er ein erstes Mal für die Nationalmannschaft auf. Nun nährt der 18-Jährige, dessen Vorbild der Brasilianer Ronaldinho ist, in der Heimat die Hoffnung, dass es dereinst doch noch mit einem Titel klappen könnte. Die Fussball-Geschichte Portugals ist auch eine des knappen Scheiterns. Sowohl der Goldenen Generation um Rui Costa und Luis Figo als auch derjenigen um Cristiano Ronaldo blieb bislang ein Titel verwehrt.

Dele Alli, 20, England, Tottenham Hotspur

"England hat die aufregendste Auswahl seit 1966", sagte vor Beginn der EM-Endrunde in Frankreich Geoff Hurst, mit England 1966 Weltmeister und Schütze des berühmten Wembley-Tores. Besonders angetan ist der 74-Jährige von Dele Alli, dem erst 20-jährigen, offensiven Mittelfeldspieler. Als Sohn eines Nigerianers und einer Engländerin in Milton Keynes aufgewachsen, gehört Barmidele Jermaine Alli bereits zum Stamm der Equipe von Roy Hodgson, die das jüngste Team der EM stellt.

Alli war einer der Shooting-Stars der vergangenen Premier-League-Saison, trug in seinem ersten Jahr in London zehn Toren und neun Assists zur starken Saison der Spurs bei und wurde zum besten jungen Spieler der Saison gewählt. Auch im Trikot der "Three Lions" glänzte der schnelle, trickreiche und technisch starke Mittelfeldspieler bereits, als er im Testspiel gegen Frankreich im Wembley mit einem herrlichen Weitschuss aus 20 Metern ins Lattenkreuz traf. Allis Vorbild ist Steven Gerrard. Mit der Nationalmannschaft war der Liverpool-Legende der grosse Wurf allerdings stets verwehrt geblieben.

Borek Dockal, 27, Tschechien, Sparta Prag

Tschechien überraschte in der Qualifikation zur EM-Endrunde in Frankreich, setzte es sich doch als Gruppensieger gegen Island, die Türkei und Holland durch. Massgeblichen Anteil am Erfolg der Mannschaft von Pavel Vrba hatte auch der Flügelstürmer Borek Dockal, der mit vier Treffern der beste tschechische Torschütze der Qualifikation war. Auch in der Europa League sorgte der 27-Jährige mit Sparta Prag für Aufsehen.

Dank zwei Toren und fünf Assists, dem zweitbesten Wert aller Spieler, stürmte Sparta und seine Nummer 9 bis in die Viertelfinals. Dockal, der auch schon in der Türkei und Norwegen spielte, ist auch in der Schweiz kein Unbekannter. In den Europa-League-Playoffs im letzten Herbst schoss er beim 3:1 und 3:3 gegen Thun drei Tore, 2011 war er Captain der tschechischen U21-Nationalmannschaft, die an der EM in Dänemark in den Halbfinals der Schweiz 0:1 nach Verlängerung unterlag.

sda-ats

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