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Premierminister David Cameron (links) und Labour-Chef Jeremy Corbyn am Montag bei der Ankunft bei der Margaret's Church in London zu einer Gedenkfeier für Jo Cox.

Keystone/AP/MATT DUNHAM

(sda-ats)

Vier Tage nach dem Mord an der Labour-Abgeordneten Jo Cox ist das britische Unterhaus am Montag zu einer Sondersitzung im Gedenken an die 41-Jährige zusammengekommen. Premierminister Cameron und Labour-Chef Corbyn hielten Reden.

Zum Zeichen der Trauer hatten sich die Parlamentarier weisse Rosen angesteckt. Auch auf dem leer gebliebenen Platz der getöteten Abgeordneten lag eine Rose. Der Ehemann von Cox und ihre beiden Kinder im Alter von drei und fünf Jahren waren ebenfalls im Parlament anwesend.

Premierminister David Cameron würdigte Cox als "Stimme für die Menschlichkeit". Alle Parlamentarier müssten "vereint sein gegen den Hass, der sie getötet hat".

"Lasst uns Jo gedenken, indem wir beweisen, dass die Demokratie und die Freiheit, für die sie gekämpft hat, unerschütterlich sind", sagte der konservative Regierungschef bei der Sondersitzung des Parlaments.

Gegen Spaltung und Hass

Labour-Chef Jeremy Corbyn rief vor den Abgeordneten zu einer ausgewogenen Politik auf. "Wir alle tragen Verantwortung dafür, keinen Hass zu schüren und keine Spaltung zu säen", sagte er. Die Tat erscheine immer mehr als ein "Akt extremer politischer Gewalt" und ein "Angriff auf die gesamte Gesellschaft".

Die Labour-Abgeordnete Cox, eine glühende Verfechterin der EU-Mitgliedschaft des Landes, war am Donnerstag vergangener Woche auf offener Strasse getötet worden. Der mutmassliche Täter wurde am Wochenende offiziell wegen Mordes beschuldigt. Der 52-jährige Tatverdächtige soll laut Medienberichten Kontakte zu einer Nazigruppe in den USA und zu einer südafrikanischen Rassisten-Organisation gehabt haben.

In Folge des Attentats setzten beide Lager ihre Kampagnen rund um das anstehende EU-Referendum für einige Tage aus.

Nach wie vor ist unklar, inwieweit der Tod der Pro-EU-Anhängerin den Ausgang des Referendums an Donnerstag (23. Juni) beeinflussen könnte. Umfragen, die teilweise davor, teils nach der Ermordung gemacht wurden, sprechen von Zugewinnen des Pro-EU-Lagers. Allerdings sieht es nach wie vor nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen am Donnerstag aus.

sda-ats

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