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Hektische Zeiten für John Cryan: Der Chef der Deutschen Bank versuchte mit einem Brief die Nerven seiner Mitarbeiter zu beruhigen. Falls die Meldung einer Einigung mit dem US-Justizministerium aber zutrifft, dürfte das schlimmste vorerst überstanden sein.

KEYSTONE/AP/JENS MEYER

(sda-ats)

Die Aktie der Deutschen Bank durchlief am Freitag eine Achterbahnfahrt. Nachdem der Kurs zwischenzeitlich auf unter 10 Euro gefallen war, sorgte am Abend eine unbestätigte Meldung einer Strafreduktion in den USA für ein Kursfeuerwerk.

Wie die Nachrichtenagentur AFP am Freitag aus mit dem Dossier vertrauten Kreisen erfuhr, soll die Summe von 14 Milliarden Dollar auf 5,4 Milliarden Dollar herabgesetzt werden. Dies habe die Bank in Verhandlungen mit dem US-Justizministerium erreicht. Die Einigung werde möglicherweise schon in den nächsten Tagen verkündet.

Kurz nach Bekanntwerden des angeblichen Deals schoss der Aktienkurs der Deutschen Bank in die Höhe. Die Titel beendeten den Handel auf 11,57 Euro mit 6,6 Prozent im Plus. Am Vormittag waren die Titel zwischenzeitlich auf 9,89 Euro gefallen.

Die ursprüngliche Forderung von 14 Milliarden Dollar hatte heftige Spekulationen über einen mögliche Notfallplan der deutschen Bundesregierung ausgelöst, da das Finanzinstitut nicht über die Reserven verfügt, um eine derartig hohe Summe zu zu zahlen. Es hat 5,5 Milliarden Euro für Rechtsstreitigkeiten zurückgelegt.

Aufruf von Cryan

Angesichts immer neuer Spekulationen um Kapitallücken und mögliche Staatshilfen sah sich Deutsche-Bank-Chef John Cryan zu einem Aufruf an die Mitarbeiter veranlasst, trotz der Marktturbulenzen Ruhe zu bewahren. "Unsere Bank ist Gegenstand heftiger Spekulationen geworden, immer neue Gerüchte führen dazu, dass unser Aktienkurs inzwischen heftigen Ausschlägen unterliegt", schrieb Cryan in einem Brief an die rund 100'000 Beschäftigten.

Am Markt seien Kräfte unterwegs, die das Vertrauen in Deutschlands grösstes Geldhaus schwächen wollten. "Unsere Aufgabe ist es nun dafür zu sorgen, dass diese verzerrte Aussenwahrnehmung unser Tagesgeschäft nicht stärker beeinflusst."

"Überaus komfortabler Puffer"

Cryan schrieb, "einige wenige Hedgefonds-Kunden" hätten die Bank verlassen. Das sorge aber "zu Unrecht" für Unruhe, denn die Deutsche Bank habe mehr als 20 Millionen Kunden. Deutsche-Bank-Manager Barry Bausano sprach von normalen Schwankungen. Es habe in dieser Woche sowohl Zu- als auch Abflüsse gegeben.

Die Deutsche Bank verfüge über ein starkes Fundament, erklärte Cryan. "Wir erfüllen alle aktuellen Eigenkapitalanforderungen und sind bei unserem Umbau im Plan." Die Markt- und Kreditrisiken seien in den vergangenen Jahren deutlich reduziert worden.

"Zu keinem Zeitpunkt in den vergangenen zwei Jahrzehnten war die Deutsche Bank, was ihre Bilanz angeht, so sicher wie heute", schrieb Cryan. Mit Liquiditätsreserven von mehr als 215 Milliarden Euro haben die Bank "einen überaus komfortablen Puffer".

Italiens Regierung besorgt

Derweil dementierte die deutsche Regierung, an einem Rettungsplan für die Deutsche Bank zu arbeiten. Am Freitag lehnte die Bundesregierung jeden Kommentar zu Spekulationen über einen Staatseinstieg bei der Deutschen Bank ab. Eine Regierungssprecherin sagte, in einem Telefonat von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit US-Präsident Barack Obama sei die Bank kein Thema gewesen.

Anderswo ist die Besorgnis dagegen manifest: Italiens Wirtschaftsminister Pier Carlo Padoan forderte eine rasche Lösung für die Schwierigkeiten der Deutschen Bank. "Genauso wie das Problem der faulen Kredite in einem vernünftigen Zeitrahmen gelöst werden muss, sollte dies auch für die Probleme der Deutschen Bank gelten", sagte der Minister der italienischen Zeitung "La Stampa" in einem Interview.

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SDA-ATS