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Der damalige ACS-Direktor Stefan Holenstein (erster von links) zusammen mit Politikern während einer Medienkonferenz im Bundeshaus zur volkswirtschaftlichen Bedeutung der Milchkuh-Initiative im Mai 2016. (Archiv)

Keystone/PETER SCHNEIDER

(sda-ats)

Für die eine Seite wurde er im Juni entlassen, für die andere ist er der noch immer amtierende Generaldirektor des Automobilclubs der Schweiz (ACS): Nun hat Stefan Holenstein seinen Rücktritt erklärt.

Er stehe dem Verband nach der Delegiertenversammlung Mitte September nicht mehr zur Verfügung, teilte Holenstein über seinen Sprecher am Samstag mit. Den Entscheid habe er bei einer Sitzung "des Direktionskomitees unter der Leitung von Nationalrat Christian Wasserfallen" eröffnet. Mit seinem Rücktritt wolle er dem Verband "einen unbelasteten Neuanfang in der Führung" ermöglichen.

Holensteins Entlassung im Juni dieses Jahres steht am Anfang des Machtkampfes in der ACS-Spitze. Präsident Mathias Ammann hatte ihn mit sofortiger Wirkung von seinem Amt suspendiert, weil er arbeitsrechtliche Vorschriften nicht eingehalten haben soll. Holenstein weist diese Vorwürfe "aufs Schärfste" zurück.

In der Folge kam es zu einer Reihe von Klagen und Gegenklagen. Als Konsequenz entschied das Direktionskomitee, eine für Juni angekündigte Delegiertenversammlung (DV) auf den 16. September zu verschieben. Das aber wollte eine Mehrheit der Sektionen unter Führung der Zürcher nicht akzeptieren.

13 von 19 Sektionen bestimmten dann am ursprünglichen Datum FDP-Nationalrat Wasserfallen zum neuen Präsidenten. Dieser war erst vor kurzem der Zürcher Sektion beigetreten. Die DV setzte ausserdem Holenstein wieder als Generaldirektor ein.

Weil der alte Präsident, seine neue Geschäftsleitung mit Generaldirektor ad interim Michael Gehrken und die restlichen, nicht anwesenden Sektionen Wasserfallens Wahl nicht akzeptierten, besass der ACS fortan zwei konkurrierende Präsidenten und zwei Direktionskomitees.

Und wie wenn das der Probleme nicht genug wäre, liess der "neue" Präsident die Konten des Clubs auf ein Sperrkonto umleiten, während die "alte" Spitze ihrerseits Wasserfallen wegen übler Nachrede und Beschimpfung anzeigte. Dazu erklärte mit SVP-Nationalrat Thomas Hurter ein weiterer nationaler Politiker seine Kandidatur für das Präsidium.

Mit der DV vom 16. September soll nun wieder Ruhe im Club einkehren. Die Verfahren - unter anderem Holensteins Klage gegen seine Entlassung - sind gemäss seinem Sprecher aber weiterhin hängig.

sda-ats

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