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Im Zeichen der Brexit-Abstimmung: Vor Beginn des EU-Gipfels in Brüssel hat der französische Präsident François Hollande London zum raschen Handeln aufgefordert.

KEYSTONE/AP/VIRGINIA MAYO

(sda-ats)

Der französische Staatspräsident François Hollande hat vor dem EU-Gipfel in Brüssel Grossbritannien nach dem Brexit-Votum zum raschen Handeln aufgefordert. "Auch wenn wir den Ausgang bedauern, respektieren wir" die Abstimmung.

Hollande betonte, es sei notwendig, dass Grossbritannien so rasch wie möglich den Austrittsantrag einbringt. Dies sei im Interesse Europas, um dann sichere Entscheidungen treffen zu können. "Ich bin überzeugt, es gibt keine Zeit zu verlieren."

Es sei ein "historischer Tag", sagte Hollande. "Wir müssen eingestehen, dass ein Land entschieden hat, aus der EU auszutreten. Das ist schmerzhaft." Die Geschichte Europas werde sich aber fortsetzen. "Europa hört nicht auf. Für Grossbritannien hört aber die Geschichte mit der EU auf.

Ebenfalls auf eine rasche Klärung der britischen Position drängte die EU-Aussenbeauftragte Federica Mogherini. Derzeit gebe es von Grossbritannien "widersprüchliche Botschaften", sagte sie.

Es gebe "eine ziemlich verwirrte politische Landschaft in London und überall im Vereinigten Königreich". "Entweder ist man ein Mitgliedstaat oder nicht. Es gibt keine halben Mitglieder in der Europäischen Union."

Drin oder Draussen

"Es gibt kein 'ein bisschen drin' und 'ein bisschen draussen' bei einer Scheidung", stiess Luxemburgs Ministerpräsident Xavier Bettel ins gleiche Horn.

Und auch EU-Parlamentspräsident Martin Schulz drängte auf einen baldigen Entscheid: "Wir können nicht zu lange warten. Unsicherheit ist das grösste Problem." Er verwies darauf, dass Grossbritannien die Bestnote AAA bei einigen Ratingagenturen verloren hat. Diese bewerten die Kreditwürdigkeit von Schuldnern, auch von Staaten.

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel betonte, dass es keine Gespräche mit Grossbritannien geben werde, solange der Austrittsantrag nicht gestellt sei. Doch auch nach dem EU-Austritt werde Grossbritannien weiter ein "Freund und Partner" sein.

Versöhnlich zeigte sich die litauische Präsidentin Dalia Grybauskaite. Gemäss ihrer Einschätzung hat Grossbritannien immer noch eine Chance, in der EU zu bleiben. Auf die Frage, was passiere, wenn die britische Regierung das Austrittsgesuch nicht in Brüssel einreiche, sagt Grybauskaite in Brüssel: "Willkommen."

sda-ats

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