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In diesem Umzug befindet sich die Frau, die die argentinische Justiz im Zusammenhang mit einem Verfahren wegen Veruntreuung öffentlicher Gelder festnehmen will.

KEYSTONE/AP/JORGE SAENZ

(sda-ats)

Hunderte Anhänger der argentinischen Menschenrechtlerin Hebe de Bonafini haben verhindert, dass die Polizei einen Haftbefehl gegen die Chefin der "Mütter der Plaza de Mayo" vollstrecken konnte. Bonafini weigert sich, , in einem Verfahren vor Gericht auszusagen.

Der Richter ordnete deshalb ihre Festnahme an, um sie am Donnerstag zwangsweise einem Gericht in Buenos Aires vorzuführen. Doch wurden die Polizisten von Hunderten Demonstranten vor dem Gebäude der "Madres de Plaza de Mayo" abgehalten.

Die Menschenmenge begleitete die 87-Jährige bis zum Mai-Platz zu dem traditionellen Rundgang, der von den Müttern von Opfern der Militärdiktatur (1976-1983) jeden Donnerstag seit 1977 veranstaltet wird. Auch zurück zum Sitz der Menschenrechtsorganisation gelangte Bonafini mit einem Geleit von über tausend Menschen.

Die Justiz ermittelt gegen Bonafini und ehemalige Angestellte der "Madres de Plaza de Mayo" wegen mutmasslicher Veruntreuung von millionenschweren Beträgen bei dem Bau von Sozialwohnungen, der von Staatsgeldern finanziert wurde. Bonafini bezeichnete die Justiz als "korrupt".

Die Menschenrechtlerin stand in enger Beziehung zur Regierung von Cristina Fernández de Kirchner (2007-2015). Mehrere ehemalige Mitglieder ihrer Regierung zählten zu den Demonstranten, die Bonafini am Donnerstag vor der Verhaftung schützten.

In der Zeit der argentinischen Militärdiktatur raubte die Junta etwa 500 Kinder von Regimekritikern. Die Grossmütter der Plaza de Mayo und die Schwesterorganisation Mütter der Plaza de Mayo führen die landesweite Suche nach den zwangsadoptierten Kindern. Bonafini verlor selbst zwei Söhne in den Zeiten der Diktatur.

sda-ats

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