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Bei einem Boko-Haram-Angriff niedergebrannte Sekundarschule in Chibok (Archiv)

KEYSTONE/EPA/HENRY IKECHUKWU

(sda-ats)

Jedes neunte Kind weltweit wächst laut dem UNICEF-Jahresbericht in einer Kriegsregion auf. Rund 250 Millionen Knaben und Mädchen leben in einer Umgebung, in der Gewalt und bewaffnete Konflikte über einen langen Zeitraum ihrer Kindheit zum Alltag gehören.

Im vergangenen Jahr seien 16 Millionen Babys in Krisengebieten geboren worden, teilte das UNO-Kinderhilfswerk (UNICEF) am Dienstag bei der Vorstellung seines Jahresberichts in Berlin mit.

Besonders erschreckend sei, dass sich Gewalt zunehmend gezielt gegen Kinder richte. Jeden Tag würden im Durchschnitt vier Schulen oder Spitäler angegriffen. Allein in Syrien zählte UNICEF 2015 mehr als 1500 schwerste Kinderrechtsverletzungen. In 60 Prozent der Fälle wurden Kinder durch Bomben in dicht besiedelten Wohngebieten getötet oder verstümmelt.

In vielen Konflikten seien Entführung, Vergewaltigung, Folter und Tötung von Kindern verbreitete Methoden, um Erwachsene zu demoralisieren, berichtet UNICEF. "Uns liegen viele Berichte vor, wonach Scharfschützen bewusst Kinder anvisieren und Schulen, Kindergärten oder Spielplätze angegriffen werden", sagt der Geschäftsführer von UNICEF Deutschland, Christian Schneider.

Angriffe auf Schulen

Es gebe keinerlei moralische Grenzen mehr: Dass zum Beispiel Anschläge auf Schulen international geächtet sind, spiele für die Kriegführenden allem Anschein nach keine Rolle.

So registrierte UNICEF im Jahr 2014 in Afghanistan 164 Angriffe auf Schulen, im Irak waren es 67. In Nigeria habe die Terrormiliz Boko Haram seit 2009 mehr als 1200 Schulen angegriffen und Hunderte Lehrer getötet.

Im Krieg und auf der Flucht werde das Grundvertrauen von Kindern erschüttert. Zwar seien nicht alle Kinder aus Krisengebieten im klinischen Sinne traumatisiert. Aber nach Schätzung von UNICEF drohen zum Beispiel mehr als einem Fünftel der Jungen und Mädchen, die vom Konflikt im Nahen Osten betroffen sind, psychische Probleme.

sda-ats

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