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St. Gallen schlägt Luzern 3:0 und zeigt eine Leistung, die den Trainer etwas aus dem Gegenwind nimmt. Doch Joe Zinnbauer braucht Bestätigungen.

Langsam aber sicher begann sich die Schlinge um Joe Zinnbauers Hals zuzuziehen, wieder einmal. Der 46-jährige deutsche Trainer kennt die Situation aus früheren Stationen in Deutschland, aber auch aus St. Gallen. Doch wie in der letzten Saison, als Zinnbauer nach fünf Niederlagen in Folge in der Öffentlichkeit zur Diskussion stand, erwies sich dieser am Sonntag als Entfesselungskünstler. Der 3:0-Erfolg seiner Equipe gegen Luzern auf eine Art und Weise, die nicht den Eindruck vermittelt, die Spieler stünden nicht hinter ihrem Trainer, kam zur richtigen Zeit. Auch wenn aus dem Umfeld des Klubs zu vernehmen war, dass man Zinnbauer unabhängig vom Ausgang der Partie gegen Luzern Zeit bis nach der Nationalmannschaftspause geben wolle, die nun folgt, hätte eine Niederlage verbunden mit einem schwachen Auftritt sein Ende in St. Gallen bedeuten können.

Kritik der Fans und medialen Gegenwind erachtet Zinnbauer als Teil des Geschäfts. "Ich kann mit Druck leben und umgehen", pflegt er zu sagen. Der Sieg gegen Luzern wirkte gleichwohl befreiend. "Ich bin erleichtert und froh", gestand der Trainer. Beim FC St. Gallen glauben sie an die vorhandenen Qualitäten im Kader, die wohl nicht jenen der Top 4 der Liga entsprechen, aber auch nicht jenen eines Absteigers. "Wir haben das Potenzial für mehr. Auf dem Sieg lässt sich aufbauen, vor allem wenn man sieht, dass es gegen Luzern mit dem Toreschiessen nach einiger Anlaufzeit wieder klappte", sagte Roman Buess, der nach einer Stunde das erlösende 1:0 erzielte.

Einen Zweifel konnten die St. Galler trotz dreier Treffer aber nicht ausräumen: jenen der fehlenden Kaltschnäuzigkeit in der Offensive. Wenn man das Haar in der Suppe suchen wolle, so gestand Zinnbauer, dann sei es die mangelnde Chancenverwertung. Sechs, sieben Chancen, davon einige sehr grosse, liessen die St. Galler ungenutzt, ehe es mit dem Toreschiessen nach zwei Zu-null-Niederlagen gegen Lausanne (0:1) und Vaduz (0:2) wieder klappte. Es ist ein Mangel, der Joe Zinnbauer nach dem befreienden Sieg zwar entspannter, aber nach wie vor ohne Job-Garantie in die Nationalmannschaftspause gehen lässt. Eine Heim-Niederlage im nächsten Spiel gegen Lugano am 11. September, und die Diskussionen gingen weiter. Der Sieg gegen Luzern verschafft Zinnbauer Luft, doch der Trainer braucht Bestätigungen.

sda-ats

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