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Was für ein Theater, finden die einen, richterlicher Befehl, sagen die anderen: So oder so darf der ehemalige iranische Reformpräsident Mohammed Chatami (rechts) fortan nicht mehr ins Theater gehen. (Archivbild)

Keystone/EPA/PATRICK SEEGER

(sda-ats)

Der ehemalige Reformpräsident des Irans, Mohammed Chatami, darf nach einer juristischen Entscheidung nicht mehr ins Theater gehen. Medienberichten zufolge ist er bereits in der vergangenen Woche an einem Theaterbesuch in der Wahdat-Halle in Teheran gehindert worden.

Generalstaatsanwalt Abbas Dschafari Dolatabadi bestätigte am Dienstag entsprechende Berichte. Der Nachrichtenagentur ILNA sagte Dolatabadi, dies sei nicht seine, sondern eine Entscheidung der juristischen Abteilung für Kleriker gewesen.

Schon seit Jahren dürfen iranische Medien laut einer juristischen Anordnung weder Nachrichten über Chatami noch Bilder von ihm veröffentlichen. Im vergangenen Jahr wurde dem 72-Jährigen sogar untersagt, an einer Hochzeit teilzunehmen.

Chatami, der von 1997 bis 2005 Präsident war, hatte der Regierung von Mahmud Ahmadinedschad bei der Präsidentschaftswahl 2009 Manipulation vorgeworfen. Seitdem steht der wohl beliebteste Präsident der iranischen Geschichte auf einer schwarzen Liste.

Absurder "Witz"

Der aktuelle Fall führte erneut zu einer Welle der Kritik im Iran. "Wie kann man denn einer respektvollen Person wie Chatami einen Theaterbesuch verbieten", fragte der Abgeordnete Elias Hasrati. Irgendwann solle die Justiz ihre absurden Entscheidungen gegen Chatami auch mal erklären, sagte Hasrati laut Nachrichtenportal Borna.

Präsident Hassan Ruhani und die Reformer haben das Verbot mehrmals scharf kritisiert. Ruhani bezeichnete es sogar als einen "Witz" ohne gesetzliche Grundlage. Aber auch er konnte das Verbot nicht kippen. Fast alle Medien im Land halten sich aus Angst vor juristischen Konsequenzen an das Verbot.

sda-ats

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