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Kadetten Schaffhausen steht beim Final-Four-Turnier in Sursee nach einem knappen 20:19-Erfolg gegen Pfadi Winterthur im Cupfinal und trifft dort auf St. Otmar St. Gallen.

Zur grossen Figur des Schweizer Handball-Primus avancierte der sechsfache Skorer Manuel Liniger. Der 204-fache Nationalspieler demonstrierte im Schlüsselmoment seine Qualität und düpierte Arunas Vaskevicius mit einem Penalty - vor über vier Jahren hatte er das Duell gegen den Litauer in der WM-Qualifikation vom Siebenmeterpunkt aus verloren, worauf die SHV-Auswahl in letzter Sekunde das Playoff verpasste.

Derweil sie im wirtschaftlich potenten Schaffhauser Klub seit bald einer Dekade auf Erfolg getrimmt sind, spielt St. Otmar trotz wenig Kreditwürdigkeit erstmals seit 15 Jahren wieder um die Cup-Trophäe. Die Ostschweizer, verletzungsbedingt erheblich geschwächt, rangen das höher taxierte Wacker Thun 25:24 nieder. Nachdem die Berner Oberländer 24 Sekunden vor Schluss ohne Keeper ausgeglichen hatten, schuf St. Otmar im Gegenzug mit einem Fernschuss Jost Brückers ins leere Tor die Überraschung des Tages.

Die Rollen sind im finalen Akt diskussionslos verteilt. Im Playoff gingen die St. Galler in den letzten zwei Wochen gegen den Champion chancenlos unter - im Durchschnitt unterlagen sie mit zwölf Treffern Unterschied. Und doch ist der TSV nicht zu unterschätzen. In der Coaching-Crew steckt jede Menge Erfahrung. Chef-Trainer Predrag Borkovic stehen in der Reprise des letztjährigen Playoff-Finals mit dem langjährigen SHV-Regisseur Urs Schärer und dem deutschen Ex-Europameister Christian Ramota zwei überaus erfahrene Strategen zur Seite.

Pfadis Frust und ein Fehlentscheid

Eine lähmende Enttäuschung hingegen war nach dem späten Gegentor durch Liniger in den Winterthurer Reihen auszumachen. Wenige Tage nach dem überraschenden Playoff-Out hatte der ambitionierte Klub das nächste frustrierende Halbfinal-Ergebnis zu verkraften. Innert Kürze verflüchtigte sich auch die letzte Chance, die ungenügende NLA-Bilanz im Cup zu korrigieren.

Bis zur 58. Minute hatte Pfadi nach einer weitgehend überzeugenden zweiten Hälfte geführt, ehe dem Aussenseiter im Finish mit einer Serie von "unforced errors" und wegen eines Fehlentscheids des Schiedsrichters die Kontrolle und ein prestigeträchtiger Erfolg entglitten.

Der abgefälschte Schuss des Flügels Nikola Cvijetic überquerte die Torlinie nicht, Pfadis Keeper Arunas Vaskevicius hatte die Szene mit einem Hechtsprung eigentlich bereinigt - die Spielleiter werteten den Ausgleich zum 19:19 (59.) gleichwohl. Und einen Wimpernschlag vor der Schlusssirene verschuldete der zu forsche Zürcher Abwehrchef Michal Svajlen unter Druck den entscheidenden Siebenmeter.

Schon früh war absehbar, dass die Pfader gewillt sein würden, mit allen Mitteln auf die drei überraschenden Playoff-Fehltritte in Folge gegen St. Otmar zu reagieren. Adrian Brünggers Equipe verwickelte den Branchenleader in einen teilweise gehässigen Zweikampf. Der rustikale Stil hinterliess früh Spuren: Eine Kollision von Marcel Hess mit Aleksandar Stojanovic endete für den übereifrigen Pfader mit dem direkten Ausschluss, der Schaffhauser Aufbauer schied verletzt aus (15.).

Immer wieder Pfader Niederlagen

Und wenn sich die beiden erbitterten Rivalen bekämpfen, endet die Angelegenheit oft mit einem unfreundlichen Déjà-vu für die Pfader. Seit mehreren Jahren verlieren sie die Duelle gegen die Kadetten in den entscheidenden Phasen meistens. Einzig im Vorjahr schafften die Zürcher gegen den NLA-Dominator den Cup-Coup, zuvor hingegen waren sie im Knock-out-Wettbewerb viermal in Folge an Schaffhausen gescheitert.

Sursee. Cup. Männer. Final Four. Samstag: Pfadi Winterthur - Kadetten Schaffhausen 19:20 (8:10). Wacker Thun - St. Otmar St. Gallen 24:25 (13:13). - Final am Sonntag um 15.30 Uhr.

sda-ats

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