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Im Baugewerbe beurteilen kleine und grosse Firmen gleichermassen ihre Lage zwar als gut. Doch leiden kleine wie grosse Baufirmen nach wie vor unter Margendruck. (Archivbild)

KEYSTONE/ENNIO LEANZA

(sda-ats)

Die Lage in der Schweizer Industrie hat sich im zweiten Quartal bei allen Unternehmensgrössen etwas aufgehellt. Die kleinen und mittleren Unternehmen hinken aber den grossen bei den Aussichten immer noch hinterher.

Immerhin erreichte das Barometer für die Industrieunternehmen im zweiten Quartal den höchsten Stand seit Oktober 2014, wie die Grossbank UBS am Donnerstag zu ihrem KMU-Barometer mitteilte.

Die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) lagen dabei weiterhin im Minusbereich; ihre Aussichten verbesserten sich indessen leicht von -0,18 auf -0,16 Punkte. Der Nullwert signalisiert eine neutrale Beurteilung.

Zu der Verbesserung im April trugen vor allem der gestiegene Bestellungseingang und der etwas höhere Auftragsbestand im Vergleich zum März bei. Die Erwartung für die Bestellungen im dritten Quartal sind allerdings wenig rosig, was einen stärkeren Anstieg des Barometers verhinderte.

Ungleich besser präsentierte sich die Lage der Grossunternehmen. Ihr Indexstand drehte ins Plus und stieg um 0,52 auf 0,24 Punkte. Ausschlaggebend waren hier die gestiegenen Bestellungseingänge im Vergleich zum Vorjahr, höhere Auftragsbestände zum Vormonat und das höhere Produktionsniveau.

Baugewerbe unter Margendruck

Im Baugewerbe war die Lage im zweiten Quartal bei beiden Grössenkategorien etwa gleich. Die Unternehmen beurteilten die Lage als gut, obwohl sich die Dynamik verlangsamt. KMU und Grosse litten unter rückläufigen Aufträgen und erodierenden Gewinnen, wobei es die KMU etwas stärker traf. Der Margendruck dürfte bestehen bleiben, weil die Unternehmen im dritten Quartal mit sinkenden Preisen rechnen.

Die grossen Architektur- und Ingenieurbüros schätzten die Nachfrage im April besser ein als die kleinen. Bei den Kleinen stagnierten Auslastung und Nachfrage. Beide Kategorien beurteilten die Lage aber besser als das Baugewerbe.

KMU-Dienstleister schneiden besser ab

Bei den Dienstleistungen sieht die Situation anders aus: Hier zählen für einmal die KMU zu den Gewinnern. Die Grossunternehmen beurteilen ihre Lage als immer noch gut, aber wesentlich schlechter als im Schlussquartal 2015.

Bei den KMU verschlechterte sich die Einschätzung nur marginal, unter anderem wegen eines geringeren Margen- und Ertragsdrucks. Nach lange steigender Nachfrage kämpfen aber beide Unternehmensgrössen im zweiten Quartal mit einem Rückgang, was auf Preis und Margen drücken dürfte.

Detailhandel und Tourismus haben zu kämpfen

Im Detailhandel verbesserte sich die Geschäftslage bei den grossen Unternehmen im April leicht, lag aber weiterhin unter dem Niveau vor der Aufgabe des Euro-Mindestkurses. Die Einschätzung bei den KMU verharrte auf tiefem Stand.

Die ganze Branche kämpft mit tieferen Margen und niedrigeren Erträgen als im ersten Quartal 2016. Auch der Preisdruck blieb und die Firmen gehen im zweiten Quartal von weiter sinkenden Preisen aus. Entsprechend geben die Detailhändler an, sie hätten zu viel Personal.

Im Tourismus beurteilten die Grossunternehmen das zweite Quartal genau wie das erste als knapp befriedigend. Die KMU dagegen hatten zu leiden. Der schneearme Winter belastete sie neben der Frankenstärke zusätzlich. Unabhängig von der Grösse blieben die Erträge unter Druck, die Firmen erwarten im laufenden Quartal keine Umsatzerholung. Die Margenprobleme dürften weiter anhalten.

sda-ats

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