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Aryzta-CEO Owen Killian: "Die Performance in der laufenden Periode ist sowohl unerwartet als auch extrem enttäuschend."

Keystone/MARTIN RUETSCHI

(sda-ats)

Nach einer Gewinnwarnung haben sich die Anleger in Scharen von den Aktien des Backwarenherstellers Aryzta getrennt. Die Titel stürzten am Dienstag in einem freundlichen Markt um mehr als ein Viertel ab.

Schuld am erwarteten Gewinnrückgang ist ein unerwartet schwacher Geschäftsverlauf in Nordamerika, wie Aryzta mitteilte. Dort liege das Umsatzwachstum im zweiten Quartal unter demjenigen des ersten. Betroffen ist insbesondere die Marke Otis Spunkmeyer.

Dies sowie eine höher als erwartet ausfallende Inflation bei den Arbeitskosten belaste das Ergebnis in Nordamerika. Der Verwaltungsrat von Aryzta will nun die Strategie hinsichtlich der Investitionen in die Gemeinschaftsunternehmen überprüfen.

Als wäre dies nicht schon genug, leidet die Grossbäckerei in Europa weiterhin unter den anhaltenden Konsolidierungsphase im deutschen Bäckereimarkt sowie unter dem Einfluss des Brexit.

Gewinn 20 Prozent unter Vorjahr

Als Folge liegt der Gewinn je Aktie per Ende Dezember 2016, das heisst nach fünf Monaten des Geschäftsjahres 2016/17, um rund 20 Prozent unter dem Vorjahr. Für das gesamte Geschäftsjahr 2016/17 prognostiziert das Unternehmen neu eine operative Marge (EBITA) im Bereich von 9 bis 10 Prozent. Zuvor wurde noch eine Marge im Bereich von 11,5 bis 12,5 Prozent prognostiziert.

Zudem wird für den Umsatz eine Entwicklung von minus 2 Prozent bis plus 1 Prozent vorhergesagt. Bis dato hatte Aryzta ein Umsatzwachstum im Bereich von 1 bis 2 Prozent in Aussicht gestellt.

Aryzta strapaziert Nerven der Anleger

In Analystenkreisen zeigt man sich besorgt über das Ausmass des plötzlichen Gewinnrückgangs. Wie es heisst, könnte die heutige Warnung wieder zu Spekulationen rund um ausserordentliche Abschreibungen führen. Zudem wird auf die vergleichsweise hohe Nettoverschuldung des Unternehmens verwiesen. Andere Experten wiederum erhoffen sich ein rasches Eingreifen des erst kürzlich gewählten neuen Verwaltungsratspräsidenten.

Der für die Bank Vontobel tätige Analyst spricht von einer "erneuten hässlichen Gewinnwarnung". Aryzta strapaziere weiterhin die Anlegernerven, so lässt er durchblicken. Seines Erachtens gab es in letzter Zeit kein einziges Quartal ohne Gewinnwarnung. Obschon sich das Management laufend hoch ambitionierte Ziele vorgebe, könne sie diese dann doch nicht umsetzen.

Für Händler kommt die Gewinnwarnung ziemlich überraschend. Noch Ende November schien anlässlich des Zwischenberichts für das erste Quartal nämlich alles in bester Ordnung. Dass Aryzta selber im weiteren Jahresverlauf nicht mit einer Gewinnerholung rechne, lasse tief blicken, so lautet der Tenor. Nicht nur die bei den Konsensschätzungen zu erwartenden Abwärtsrevisionen, auch der Vertrauensverlust in die Firmenverantwortlichen wiegt Beobachtern zufolge schwer.

SDA-ATS