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Wegen des Angriffs eines 16-Jährigen an einer Schule in Südfrankreich kam auch eine Sondereinheit der Polizei zum Einsatz. Gestoppt wurde der Täter aber vom Schuldirektor, der sich auf den schiessenden Jugendlichen gestürzt haben soll.

KEYSTONE/EPA/OLIVIER ANRIGO

(sda-ats)

Beim bewaffneten Angriff eines 16-jährigen Schülers in einem südfranzösischen Gymnasium sind nach jüngsten Behördenangaben 14 Menschen verletzt worden. Ein Lehrer stoppte den Jugendlichen mit beherztem Einsatz. Ein terroristischer Hintergrund wird ausgeschlossen.

Bildungsministerin Najat Vallaud-Belkacem sprach am Donnerstag in Grasse von der "Wahnsinnstat eines fragilen jungen Mannes, der von Schusswaffen fasziniert ist". Die Ministerin sagte bei einem Besuch am Tatort, der Schuldirektor habe durch sein "heldenhaftes" Eingreifen Schlimmeres verhindert. Er habe sich auf den jungen Mann gestürzt, als dieser eine Waffe zog und um sich schoss.

Nach einer neuen Zählung der Präfektur des Départements Alpes-Maritimes wurden 14 Menschen verletzt, zuvor war von zehn Opfern die Rede gewesen. Demnach wurden vier Menschen von Kugeln getroffen, darunter der Schuldirektor, und mussten ins Spital eingeliefert werden.

Die anderen verletzten sich, als sie in Panik flohen, oder erlitten Schocks. Auch die Angaben zum Alter des mutmasslichen Täters korrigierten die Behörden, nachdem zunächst von einem 17-Jährigen die Rede gewesen war.

Motiv vorerst unbekannt

Die Polizei nahm den Schützen fest. Bei ihm fand sie ein Jagdgewehr, zwei Handfeuerwaffen und zwei Handgranaten. Die Ermittler suchen noch nach einem Motiv für seine Tat. Der 16-Jährige habe schlechte Beziehungen zu seinen Mitschülern gehabt, sagte Staatsanwältin Fabienne Atzori in Grasse. "Es gibt keinen Hinweis auf Terrorismus."

Der Präsident der südfranzösischen Region Provence-Alpes-Côtes d'Azur, Christian Estrosi, sagte der Nachrichtenagentur AFP, es gebe Hinweise auf "psychologische Probleme" des Täters. Der 16-Jährige war nicht polizeibekannt und handelte offenbar allein. Zunächst war noch von einem zweiten Täter die Rede gewesen.

Die Behörden hatten nach den Schüssen im Gymnasium Alexis de Tocqueville zunächst über eine Handy-App eine Anschlagswarnung verbreitet. Menschen in der Gegend wurden aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen. Die Polizei riegelte die Schule mit einem Grossaufgebot ab, auch Beamte der Sondereinheit Raid rückten an.

Anschlagsgefahr gilt als hoch

Das Rathaus von Grasse erklärte, nach den Schüssen sei Panik ausgebrochen. Einige Schüler seien weggerannt und hätten in einem nahegelegenen Supermarkt Zuflucht gesucht. Auch das habe dazu geführt, dass Gerüchte über einen Anschlag die Runde gemacht hätten.

In Frankreich herrscht seit den Anschlägen von Paris vom 13. November 2015 der Ausnahmezustand. Die Anschlagsgefahr gilt weiterhin als sehr hoch.

Wegen des Vorfalls durften an allen Schulen der südfranzösischen Stadt Schüler und Lehrer die Gebäude zunächst nicht verlassen.

SDA-ATS