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Würde aus heutiger Sicht die Flucht nicht mehr in Betracht ziehen: Die ehemalige Gefängnisaufseherin Angela Magdici vor dem Bezirksgericht in Dietikon.

Keystone/WALTER BIERI

(sda-ats)

Die ehemalige Gefängnisaufseherin Angela Magdici muss nicht ins Gefängnis. Das Bezirksgericht Dietikon ZH hat sie am Dienstag zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 15 Monaten verurteilt.

Magdici hatte vor einem Jahr einem Häftling, ihrem Geliebten, die Flucht aus dem Gefängnis ermöglicht und sich mit ihm nach Italien abgesetzt.

Mit dem Urteil bewegt sich das Gericht zwischen den Anträgen von Verteidigung und Anklage. Magdicis Verteidiger hatte eine bedingte Gefängnisstrafe von sechs Monaten bei einer Probezeit von zwei Jahren gefordert. Die Staatsanwältin hatte eine teilbedingte Gefängnisstrafe von 27 Monaten verlangt. Sieben Monate davon sollte Magdici im Gefängnis verbringen.

Die Staatsanwaltschaft warf der Frau Entweichenlassen eines Häftlings und Begünstigung sowie grobe Verletzung der Verkehrsregeln und Sachentziehung vor.

Die ehemalige Gefängnisaufseherin Angela Magdici wollte mit Hassan Kiko in Italien ein neues Leben beginnen. Vor dem Bezirksgericht Dietikon hat sie am Dienstag die Pläne, ohne Papiere in Italien leben zu können, naiv genannt.

In der Nacht vor der Verhaftung habe sie einen Plan gefasst, um mit der Zürcher Staatsanwaltschaft in Kontakt zu treten mit dem Ziel, den Prozess wegen Vergewaltigung gegen Kiko nochmals aufnehmen zu können, sagte Magdici. Das Urteil sei zu jenem Zeitpunkt bereits ans Obergericht weitergezogen worden, sagte der Richter.

Magdici würde aus heutiger Sicht die Flucht nicht mehr in Betracht ziehen. "Es hat nichts gebracht, ausser dass ich hier sitze", sagte sie.

Die Staatsanwältin nannte in ihrem Plädoyer das Entweichenlassen eines verurteilten Sexualstraftäters ein äusserst schweres Vergehen. Sie forderte eine teilbedingte Gefängnisstrafe von 27 Monaten. Sieben Monate soll Magdici im Gefängnis verbringen.

Weil Magdici seit November eine Vollzeitstelle hat und deshalb in der Gesellschaft bereits wieder Fuss gefasst habe, wies die Staatsanwältin das Gericht darauf hin, dass die sieben Monate auch im halboffenen Vollzug abgesessen werden könnten.

Am Anfang der Flucht, die im Februar 2016 das Land in Atem gehalten hatte, stand die Liebe. Die Gefängnisaufseherin Magdici hatte sich in den Häftling Hassan Kiko verliebt. Er sass wegen Sexualdelikten im Gefängnis Limmattal.

Sie befreite ihn aus dem Gefängnis und half ihm bei seiner Flucht nach Italien. Mittlerweile haben sich Kiko und Magdici verlobt und wollen heiraten.

SDA-ATS